Lehrermangel in Österreich: Gewerkschaft schlägt Alarm!

Lehrermangel in Österreich: Gewerkschaft schlägt Alarm!

Trotz einer leichten Entspannung in der Bewerberlage warnt die Lehrergewerkschaft eindringlich: Der Personalmangel ist noch lange nicht überwunden. Besonders in Wien und Vorarlberg soll sich die Lage zuspitzen.

„Politikversagen seit 2009!“ – Kritik von Paul Kimberger

Paul Kimberger, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft, findet klare Worte: „Das ist ein totales Politikversagen!“ Laut Kimberger sei der drohende Lehrermangel bereits seit 2009 bekannt gewesen, doch das Bildungsministerium habe erst 2022 reagiert. Diese Kritik wird auch vom Rechnungshof bestätigt, wie die APA berichtet.

Die Folge: Nur die Hälfte der neu eingestellten Lehrer hat ein abgeschlossenes Lehramtsstudium. Der Rest setzt sich aus Studierenden, Sondervertragslehrern und Quereinsteigern zusammen. „Wir brauchen mehr voll ausgebildete Lehrer, nicht nur Notlösungen“, betonte Kimberger im Gespräch mit der APA.

Quereinsteiger: Hoffnung oder Notlösung?

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) sieht in Quereinsteigern eine Chance, frischen Wind ins Schulsystem zu bringen. Doch die Rückmeldungen aus den Schulen sind gemischt: Von „wirklich großartig“ bis „ungeeignet“ reicht das Feedback, wie oe24.at berichtet. Kimberger bleibt skeptisch und fordert, den Fokus auf die Ausbildung von Lehramtsstudierenden zu legen: „Das wird uns langfristig mehr nützen als ein Schwerpunkt auf der Quereinsteiger-Schiene.“

Direktorensessel bleiben leer

Nicht nur Lehrer fehlen, auch Schulleitungen sind Mangelware. Oft gibt es nur eine einzige Bewerbung pro Ausschreibung. Die Pensionierungswelle verschärft die Situation zusätzlich. „Wir müssen diese Tätigkeit schnellstens attraktiver gestalten, damit wir nicht Gefahr laufen, überhaupt keine Bewerbungen mehr zu bekommen“, erklärte Kimberger gegenüber der APA. Er fordert weniger Bürokratie und eine bessere Bezahlung, um den Beruf des Schulleiters wieder attraktiver zu machen.

Sonderpädagogik in der Krise

Besonders dramatisch ist die Lage in der Sonderpädagogik. Die Umstellung auf Spezialisierungen im Lehramtsstudium habe zu einem „katastrophalen Fehler“ geführt, so Kimberger. Derzeit fehlen tausende Sonderschullehrer. Laut oe24.at gibt es über den Finanzausgleich nur für 2,7 Prozent der Schüler zusätzliche Lehrerplanstellen, obwohl 4,5 Prozent der Pflichtschüler sonderpädagogischen Förderbedarf haben. Die Regierung plant zwar eine Anhebung der Förderquote ab 2027, doch dies steht unter Budgetvorbehalt.

Credits: APA

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