Die Wirtschaftskrise und die hohen Kosten in Deutschland schlagen nun auch auf den heimischen Tourismus durch. Besonders der für Österreich so wichtige Wintertourismus muss zittern, denn unsere liebsten Nachbarn, die Deutschen, drehen jeden Euro zweimal um. Das Ergebnis: Viele verzichten dieses Jahr lieber auf Pulverschnee und Hüttengaudi.
Umfrage zeichnet düsteres Bild
Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov, durchgeführt für die Deutsche Presse-Agentur, lässt die Alarmglocken in den Tourismusregionen schrillen. Demnach wollen 15 Prozent der Deutschen ihre Pläne für Urlaub oder Freizeitaktivitäten in der kalten Jahreszeit deutlich einschränken. Die Zahlen sind ernüchternd: 81 Prozent der Befragten gaben an, überhaupt keinen Winterurlaub geplant zu haben. Nur eine kleine Minderheit von 16 Prozent hält an ihren Reiseplänen fest.
Diese Sparmaßnahmen könnten Österreich empfindlich treffen. Wie unter anderem der Standard und news.at berichten, stellen Gäste aus Deutschland die mit Abstand größte Urlaubergruppe dar. In der vergangenen Wintersaison kam fast die Hälfte aller Hotelgäste aus der Bundesrepublik. Bleiben sie aus, drohen leere Betten und verwaiste Pisten.
Hohe Preise schrecken ab
Ein Blick auf die Preise zeigt, warum viele zögern. Der Winterurlaub war nie ein billiges Vergnügen, doch die Inflation hat die Kosten weiter in die Höhe getrieben. Wie das Handelsblatt analysiert, sind Skipässe für viele zum Luxusartikel geworden. In Top-Skigebieten wie am Arlberg kostet ein Tagesticket mittlerweile über 80 Euro. Zwar sind die Tourismusbetriebe optimistisch in die Saison gestartet, doch die Zurückhaltung der Gäste ist spürbar.
Ein Ökonom des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) erklärt gegenüber dem Handelsblatt, dass die Gäste zwar nicht gänzlich auf das Reisen verzichten, aber deutlich weniger ausgeben. Sie verkürzen ihre Aufenthalte, wählen günstigere Unterkünfte und sparen sich das Mittagessen auf der Skihütte.
Hoffnungsschimmer trotz Krise
Trotz der angespannten Lage gibt es auch positive Signale. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent der Deutschen will laut Yougov-Umfrage nicht bei ihren Freizeitausgaben sparen. Zudem sorgen der frühe Schneefall und die kalten Temperaturen für ideale Bedingungen auf den Pisten. Die Touristiker hoffen, dass die perfekten Wintersportverhältnisse doch noch den einen oder anderen Unentschlossenen überzeugen können, spontan in die Alpen zu reisen. Ob das reicht, um die befürchteten Einbußen auszugleichen, werden die kommenden Wochen zeigen.
Quellen: oe24.at, derstandard.de, handelsblatt.com, news.at, yougov.com
Credits: APA
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