Lateinamerika im Ausnahmezustand: Maduros Festnahme spaltet den Kontinent

Lateinamerika im Ausnahmezustand: Maduros Festnahme spaltet den Kontinent

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Nicolás Maduro, der umstrittene Präsident Venezuelas, wurde von den USA festgenommen. Während in Argentinien gejubelt wird, herrscht in Kolumbien Alarmstimmung. Der Kontinent steht Kopf – und die Welt schaut gebannt zu.

Kolumbien: Truppen an der Grenze und Angst vor Chaos

Kolumbien, das direkt an Venezuela grenzt, reagierte prompt. Präsident Gustavo Petro verurteilte die US-Aktion scharf und sprach von einer „Aggression gegen die Souveränität Lateinamerikas“. Auf der Plattform X warnte er vor einer humanitären Krise und rief zur Deeskalation auf. Petro ließ keine Zeit verstreichen und ordnete die Verlegung von Truppen an die 2.219 Kilometer lange Grenze an. „Wir müssen die Stabilität wahren und auf mögliche Migrationsbewegungen vorbereitet sein“, erklärte er. Die Lage ist brisant, da in der Grenzregion die Guerillagruppe ELN aktiv ist, die eng mit dem Drogenhandel verknüpft ist.

Argentinien: „Viva la libertad, carajo!“

Ganz anders die Reaktion aus Argentinien. Präsident Javier Milei, bekannt für seine scharfen Worte, feierte die Festnahme Maduros als Triumph der Freiheit. Auf X schrieb er: „LA LIBERTAD AVANZA. VIVA LA LIBERTAD CARAJO.“ Übersetzt bedeutet das: „Die Freiheit schreitet voran, lang lebe die Freiheit, verdammt!“ Milei, ein enger Verbündeter der USA, sieht in der Aktion einen Sieg gegen das „narkoterroristische Regime“ in Venezuela.

Venezuela: Widerstand und Ausnahmezustand

In Venezuela selbst herrscht Chaos. Nach den Bombardements auf strategische Ziele wie die Militärbasis Fuerte Tiuna rief Verteidigungsminister Vladimir Padrino López den Ausnahmezustand aus. In einer Ansprache forderte er das Volk und die Streitkräfte auf, Widerstand zu leisten. „Wir werden uns nicht vor dem imperialistischen Druck beugen“, erklärte López und rief die internationale Gemeinschaft auf, die US-Aktion zu verurteilen. Die Regierung in Caracas spricht von einer „völkerrechtswidrigen Aggression“.

Brasilien: Schweigen im Süden

Brasilien, der zweite große Nachbar Venezuelas, hat sich bisher nicht zu den Ereignissen geäußert. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte jedoch bereits im Dezember vor einer humanitären Katastrophe gewarnt, sollte es zu einer Militärintervention kommen. Lula sieht in der US-Aktion einen gefährlichen Präzedenzfall für ganz Südamerika.

Credits: Fabio Rodrigues Pozzebom/ABr – Agência Brasil, O chanceler da Venezuela, Nicolás Maduro, fala à imprensa, CC BY 3.0 br, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11069233

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