Dritte Nacht in Folge: Iran-Krieg eskaliert weiter, Trump will an Hormus mitverdienen

Dritte Nacht in Folge: Iran-Krieg eskaliert weiter, Trump will an Hormus mitverdienen

Von einer Beruhigung ist im Iran-Krieg keine Spur: Die USA griffen den Iran in der Nacht auf Dienstag bereits die dritte Nacht in Folge an, während der Iran seinerseits Öltanker in der Straße von Hormus attackierte. Zugleich sorgt eine ungewöhnliche Ankündigung von US-Präsident Donald Trump für Aufsehen – er will an der strategisch wichtigen Meerenge künftig kräftig mitverdienen.

Erneute Angriffswelle in der Nacht

Um 22.45 Uhr MESZ hätten die US-Streitkräfte die dritte nächtliche Angriffswelle in Folge gestartet, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit, wie der ORF berichtet. Am Dienstagfrüh erklärte das Militär die Angriffe für beendet. Das iranische Staatsfernsehen meldete Explosionen auf der Insel Kisch sowie in der Hafenstadt Bandar Abbas. Centcom nannte als Ziele unter anderem Bandar Abbas und Buschehr – getroffen worden seien Verteidigungseinrichtungen an der Küste, Raketen- und Drohnenrampen sowie Marineziele.

Tanker der Emirate unter Beschuss

Der Iran reagierte seinerseits mit einem Angriff auf zwei Öltanker der Vereinigten Arabischen Emirate in der Straße von Hormus. Wie die Emirate über X mitteilten, wurden die Schiffe innerhalb omanischer Hoheitsgewässer von zwei Marschflugkörpern getroffen. Dabei kam nach Angaben des emiratischen Verteidigungsministeriums ein indisches Besatzungsmitglied ums Leben, acht weitere Personen – sechs indische und zwei ukrainische Staatsangehörige – wurden verletzt. Auf beiden Tankern brachen Brände aus, die schließlich unter Kontrolle gebracht werden konnten.

Auch Bahrain und Jordanien betroffen

Der Iran griff zudem erneut Ziele in Bahrain an. Laut der iranischen Revolutionsgarde wurden dabei mehrere Waffenlager, ein Satellitenkommunikationszentrum sowie ein Wohngebäude der US-Streitkräfte auf einem Militärstützpunkt ins Visier genommen. Auch Jordanien wehrte am Dienstag nach eigenen Angaben neue Angriffe ab: Vier Raketen seien abgefangen worden, nachdem sie in den jordanischen Luftraum eingedrungen waren.

Trumps überraschende Gebührenidee

Für zusätzliche Verwirrung sorgt eine Ankündigung von Trump selbst. Auf Truth Social erklärte der US-Präsident laut Euronews, die USA würden künftig als „Wächter der Straße von Hormus“ auftreten und dafür 20 Prozent des Werts sämtlicher durch die Meerenge transportierter Güter verlangen – als Ausgleich für die Kosten der Absicherung. Zugleich kündigte er die Wiederaufnahme einer Seeblockade gegen iranische Häfen an, während allen anderen Staaten ein „fairer und offener“ Zugang zur Meerenge offenstehen solle.

Bemerkenswert ist der Kurswechsel innerhalb der eigenen Regierung: Erst Ende Juni hatte US-Außenminister Marco Rubio betont, kein Land habe das Recht, für internationale Gewässer Geld zu verlangen, da diese niemandem gehörten. Genau eine solche Forderung stellt Trump nun selbst. Auch international stößt der Vorstoß auf Widerstand: Die UN-Schifffahrtsorganisation IMO wies die Pläne für eine solche Frachtgebühr laut t-online zurück und verwies auf eine fehlende rechtliche Grundlage – Vertreter der Schifffahrtsbranche sehen darin sogar einen möglichen Verstoß gegen Völkerrecht. Der Sprecher des iranischen Militärkommandos Khatam Al-Anbiya erklärte demgegenüber, Teheran werde ein Eingreifen der USA in die Verwaltung der Meerenge „unter keinen Umständen“ zulassen.

Ein Angriff auf eine mysteriöse Bergfestung?

In einem Radiointerview deutete Trump zudem an, künftig auch eine tief unter der Erde im Zentrum des Iran gelegene Anlage angreifen zu können, die als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist. Über deren genauen Zweck wird schon länger spekuliert – eine These lautet, der Iran wolle dort in der Nähe der Atomanlage Natans eine geheime Uran-Anreicherungsanlage betreiben. Trump bezeichnete die Anlage als mögliches Ziel für einen „großen, fetten“ Angriff, der wahrscheinlich „relativ bald“ erfolgen werde.

Eine Rede mit unbekanntem Thema

Trump kündigte zudem an, sich am Freitag um 3.00 Uhr MESZ mit einer Rede an sein Land zu wenden. Ein Thema nannte er dabei nicht, weshalb offen bleibt, ob sich der Präsident zum Iran-Krieg äußern wird. Ein Nahost-Experte des Thinktanks Chatham House ordnete die aktuelle Eskalation gegenüber Euronews so ein, dass beide Kriegsparteien eine bestehende Pattsituation zu ihren eigenen Bedingungen beenden wollten und deshalb verstärkt zu Angriffen griffen – was eine ohnehin unausweichliche Verhandlungslösung am Ende nur weiter hinauszögere.

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