Ein Schock für die Küchenwelt: HAKA Küche, einst ein Vorzeigeunternehmen in der österreichischen Möbelbranche, ist pleite. Mit Schulden in Höhe von 11,4 Millionen Euro zählt die Insolvenz zu den größten des Jahres 2025.
Vom Familienbetrieb zur Millionenpleite
1930 begann alles ganz bescheiden: Der Großvater des heutigen Geschäftsführers gründete eine kleine Tischlerei, die sich auf handgefertigte Möbel spezialisierte. Jahrzehnte später wurde HAKA Küche zu einem der führenden Hersteller maßgefertigter Einbauküchen in Österreich. Doch nun, 95 Jahre nach der Gründung, steht das Unternehmen vor einem Scherbenhaufen.
Wie der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) berichtet, stehen den Passiva von 11,4 Millionen Euro lediglich Aktiva von 2,16 Millionen Euro gegenüber. Betroffen sind 158 Mitarbeiter und 120 Gläubiger.
Übernahme als Stolperstein
Die Gründe für die Pleite? Laut KSV1870 war die Übernahme des „Badmöbelwerks“ in Mondsee von der Villeroy & Boch Austria GmbH im Jahr 2023 ein fataler Fehler. Die Weiterbelieferung von Villeroy & Boch entpuppte sich als Verlustgeschäft. Hinzu kamen hohe Kosten durch die Übernahme von Dienstnehmeransprüchen, wie alte Abfertigungen. „Das hat unsere Ergebnisse massiv verschlechtert“, so HAKA.
Doch das war nicht alles: Nach der Corona-Pandemie brach die Nachfrage nach Küchen drastisch ein. Ein doppelter Schlag für das Traditionsunternehmen.
Hoffnung für Kunden: Küchen sollen geliefert werden
Trotz der Insolvenz gibt es einen Hoffnungsschimmer für Kunden. Laut einem Informationsschreiben des Unternehmens sollen alle Lieferungen termingerecht erfolgen. Die Arbeiterkammer Oberösterreich rät jedoch zur Vorsicht: Zahlungen sollten erst nach mangelfreier Lieferung erfolgen.
„Bestehende Verträge bleiben aufrecht“, betont die Arbeiterkammer. Ein Insolvenzverwalter wird entscheiden, welche Verträge erfüllt werden. Wer noch bei HAKA einkaufen möchte, sollte nur lagernde Produkte wählen, die sofort verfügbar sind.
Mitarbeiter in der Warteschleife
Für die 158 Mitarbeiter an den Standorten Traun, Mondsee und Wien ist die Situation besonders bitter. Die Gehälter für Juli wurden nicht mehr ausbezahlt. AK-Präsident Andreas Stangl appelliert an die Belegschaft, Ruhe zu bewahren und keine übereilten Kündigungen vorzunehmen. Eine Betriebsversammlung ist bereits in Planung.
Drittgrößte Insolvenz des Jahres
Mit 11,4 Millionen Euro Schulden reiht sich HAKA Küche auf Platz drei der größten Insolvenzen in Oberösterreich 2025 ein. Nur die Mglass GmbH (40 Millionen Euro) und die Sparte Strapping Solutions der Teufelberger GmbH (14,1 Millionen Euro) übertreffen diese Summe.
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