Das zweitägige ORF-„Zukunftsforum“ von Medienminister Andreas Babler (SPÖ) endet mit einem Nachspiel: Ein prominenter privater Medienmanager blieb der Veranstaltung am zweiten Tag demonstrativ fern – und ein Instagram-Video des Ministers sorgt zusätzlich für Spott.
König bleibt der Veranstaltung fern
Zu den insgesamt rund 200 von Babler eingeladenen Teilnehmern zählten auch einige Vertreter privater Medienunternehmen – allerdings ohne eigene Redebeiträge auf der Bühne. Kronehit-Chef Philipp König zog daraus Konsequenzen und boykottierte den zweiten Veranstaltungstag. In einem LinkedIn-Posting begründete er seinen Schritt: „Das gestrige ORF-Zukunftsforum, organisiert durch Vizekanzler Babler, hat sich leider als medienpolitische Farce erwiesen.“ Sein zentraler Vorwurf richtet sich gegen die Einladungspolitik: „Wir privaten Marktteilnehmer wurden durch eine bewusste Einladungspolitik gezielt in der Minderheit gehalten, um eine einseitige Meinungsbildung zu suggerieren. Unter diesen Voraussetzungen ist eine weitere konstruktive Teilnahme für mich nicht tragbar.“ König war mit seiner Kritik nicht allein – auch mehrere andere Vertreter privater Medien blieben der Veranstaltung am Freitag fern.
Finanzierungsfrage blieb außen vor
Inhaltlich hatten die geladenen Teilnehmer in fünf Arbeitsgruppen Grundlagen für eine Gesamtreform des ORF erarbeitet. Im Ergebnis wird unter anderem ein mehrköpfiger Vorstand anstelle eines Generaldirektors sowie mehr digitale Bewegungsfreiheit für den Sender empfohlen. Unbeantwortet blieb dagegen ausgerechnet jene Frage, die für viele als die eigentlich entscheidende gilt: Die künftige Finanzierung des ORF und die Haushaltsabgabe standen laut Ablauf der Veranstaltung nicht auf der Tagesordnung.
Babler postet Teletext-Video – und erntet Kritik
Für zusätzliches Aufsehen sorgte ein Instagram-Video, das Babler im Anschluss an das Forum veröffentlichte. Der Clip beginnt mit einer Einstellung des klassischen ORF-Teletexts. Unter dem Posting sammelten sich zahlreiche kritische Kommentare von Nutzern, darunter Aussagen wie „ORF braucht niemand“ oder der Vorwurf, der Minister nutze Steuergeld für die eigene Inszenierung.
Ob aus den zweitägigen Diskussionen tatsächlich eine gesetzliche ORF-Reform hervorgeht, und wie die ausgeklammerte Finanzierungsfrage in den kommenden Verhandlungen gelöst wird, bleibt vorerst offen.
Credits: Parlamentsdirektion/Thomas Topf
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