Die Debatte um die Anerkennung islamischer Rechtsnormen in Österreich hat durch ein Urteil des Wiener Landesgerichts für Zivilrechtssachen neue Brisanz erhalten. FPÖ-Chef Herbert Kickl kritisiert die „Systemparteien“ scharf und fordert ein entschlossenes Vorgehen gegen den politischen Islam.
Das umstrittene Urteil und die Reaktionen
Auslöser der aktuellen Diskussion war ein Urteil, das einen Schiedsspruch nach islamischem Recht als rechtlich bindend erklärte. Das Gericht sah keinen Widerspruch zu den österreichischen Grundwerten und verzichtete darauf, die angewandten islamischen Rechtsnormen zu prüfen. Das Urteil sorgte für breite Empörung. Oberösterreichs FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner bezeichnete die Entscheidung als „absoluten Wahnsinn“ und betonte, dass die Scharia mit den Grundwerten Österreichs unvereinbar sei.
Auch die ÖVP-Integrationsministerin Claudia Plakolm meldete sich zu Wort. Im Gespräch mit Heute erklärte sie: „Die Scharia hat mit Österreich und den Grundsätzen unserer Verfassung nichts am Hut und das soll auch so bleiben.“ Sie kündigte an, dass die Bundesregierung bereits Maßnahmen erarbeitet habe, um die Anwendung der Scharia in Österreich künftig zu verhindern.
Kickls Forderung nach einem Verbotsgesetz
Herbert Kickl geht in seiner Kritik an die „Systemparteien“ noch weiter. Er wirft ihnen vor, durch ihre Blockadehaltung notwendige Maßnahmen gegen den politischen Islam zu verhindern. Die FPÖ fordert seit Langem ein Verbotsgesetz, das radikale islamische Strukturen in Österreich unterbinden soll. Kickl kündigte an, einen weiteren Gesetzesantrag zur Anpassung des Islamgesetzes auszuarbeiten. Ziel sei es, die implizite Anerkennung und Anwendung der Scharia durch österreichische Behörden und Gerichte zu verunmöglichen.
Die FPÖ und ihre Position
Die FPÖ sieht sich als einzige Partei, die entschlossen gegen den politischen Islam vorgeht. Auf ihrer offiziellen Website betont die Partei, dass ein Verbotsgesetz für den politischen Islam notwendig sei, um die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung zu gewährleisten. In einer Petition fordert die FPÖ die Bevölkerung auf, diese Forderung zu unterstützen. Gleichzeitig kritisiert die Partei die anderen Parteien scharf und wirft ihnen vor, aus ideologischen Gründen nicht konsequent gegen radikale islamische Strukturen vorzugehen.
Credits: APA
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