Österreichische Staatsbürger sitzen in der Nahost-Krisenregion fest. Das Außenministerium organisiert Rückholflüge – doch die Zufriedenheit mit der Arbeit der Außenministerin hält sich in engen Grenzen.
86 Prozent sagen: „Schlecht“
Das Urteil fällt deutlich aus. Eine aktuelle Leserumfrage auf exxpressTV, an der 959 Personen teilnahmen, zeigt ein klar kritisches Stimmungsbild: 86 Prozent bewerten die Arbeit von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) in der Nahost-Krise als „schlecht“. Lediglich fünf Prozent beurteilen ihre Leistung als „gut“, weitere acht Prozent mit „geht so“. exxpress
Zur Einordnung: Bei dieser Erhebung handelt es sich um eine nicht-repräsentative Online-Leserumfrage, keine wissenschaftliche Meinungsforschung. Sie gibt dennoch ein Signal darüber, wie die Stimmung unter einem Teil der Bevölkerung ist.
Rückholflüge laufen – aber schleppend
Der Hintergrund der Kritik: Seit der Eskalation im Nahen Osten sind tausende Österreicher in der Krisenregion gestrandet. Wie der ORF berichtet, landete das erste große Rückholflugzeug mit 151 Personen an Bord am Mittwochabend aus Maskat in Wien-Schwechat. Außenministerin Meinl-Reisinger empfing die Fluggäste persönlich. ORF
Doch die Dimension des Problems ist erheblich: Wie GMX.at berichtet, sind aktuell knapp 18.000 österreichische Staatsbürger in der Krisenregion registriert, davon rund 2.500 als Reisende – mit dem höchsten Anteil in den Vereinigten Arabischen Emiraten. GMX News
Betroffener aus Dubai widerspricht der Ministerin
Besonders viel Aufmerksamkeit erzielte der Fall des Unternehmers Thomas Treml. Wie exxpress.at berichtet, reagierte Treml auf LinkedIn auf einen Post der Ministerin und schrieb: „Ich kann Ihrer sehr positiven Darstellung leider aus eigener Erfahrung in keinster Weise zustimmen.“ exxpress
Treml kritisiert den Vergleich mit anderen EU-Staaten: Während Tschechien oder Slowenien ihre Bürger mit organisierten Direktflügen ausgeflogen hätten, sei das Hotel in Dubai, in dem rund 100 EU-Bürger untergebracht waren, inzwischen leer. Von österreichischer Seite sei lediglich eine Busfahrt ins rund 20 Stunden entfernte Riad angeboten worden – ohne anschließende Unterkunft oder organisierten Weiterflug. exxpress
Feuerpause-Forderung sorgte für Shitstorm
Zusätzlich Kritik zog sich Meinl-Reisinger mit einer anderen Aktion zu. Wie exxpress.at berichtet, erklärte sie in einem Video, Österreich habe bei den Vertretern Israels, der USA und des Irans in Wien eine 48-stündige Feuerpause gefordert, um österreichische Staatsbürger aus der Krisenregion evakuieren zu können. exxpress.at Die Reaktionen in sozialen Medien waren gemischt bis harsch.
Krisenstab tagt täglich – Lage bleibt volatil
Das Außenministerium betont indes seine Bemühungen. Wie vol.at meldet, tagt der Krisenstab angesichts der Eskalation derzeit zweimal täglich – mit Botschaftern aus der Region sowie Fachleuten aus Wien, und die Lage werde laufend neu bewertet. VOL.AT Ob das reicht, um das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen, dürften die nächsten Tage zeigen.
Quellen: exxpress.at, ORF.at, GMX.at, vol.at
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