Österreichs Krankenkassen stecken tief in den roten Zahlen. Wie aus vorläufigen Zahlen des Dachverbands der Sozialversicherungsträger hervorgeht, beläuft sich der Bilanzverlust für das abgelaufene Jahr 2025 auf schwindelerregende 511,2 Millionen Euro. Obwohl diese Zahl eine leichte Verbesserung gegenüber der noch düstereren November-Prognose von 583,3 Millionen Euro darstellt, gibt es kaum Anlass zur Entwarnung.
ÖGK bleibt das Sorgenkind
Den Löwenanteil des Defizits trägt die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK), die als größter Krankenversicherungsträger des Landes für rund 82 Prozent der Bevölkerung zuständig ist. Laut ORF erwartet die ÖGK für 2025 allein ein Minus von 454 Millionen Euro. Diese Zahl ist zwar besser als die ursprünglich befürchteten 906 Millionen Euro, wie der Kurier berichtet, doch die Ausgaben steigen unaufhaltsam weiter. Für das laufende Jahr rechnet die ÖGK mit Aufwendungen von über 22,5 Milliarden Euro.
Die ÖGK selbst spricht von einer „ersten Wirkung“ eingeleiteter Sparmaßnahmen. Gleichzeitig warnt man jedoch vor dem wachsenden Finanzierungsbedarf. Faktoren wie die schwächelnde Konjunktur, der demografische Wandel – also immer mehr ältere Menschen – und der teure medizinische Fortschritt graben ein immer tieferes Loch in die Kassen.
Düstere Prognose bis 2028
Die Zukunftsaussichten sind alles andere als rosig. Wie die Kronen Zeitung unter Berufung auf den Dachverband berichtet, wird das Gesamtdefizit der Kassen in den kommenden Jahren dramatisch ansteigen. Nach einer leichten Entspannung im Jahr 2026 wird für 2027 ein Minus von rund 713 Millionen Euro prognostiziert. Im Jahr 2028 soll der Verlust dann die schockierende Marke von einer Milliarde Euro überschreiten.
Auch bei der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) sieht es nicht besser aus. Nach einem erwarteten Verlust von 127,4 Millionen Euro im Jahr 2025 soll das Minus laut Prognose bis 2028 auf 174 Millionen Euro klettern.
Nur die SVS schreibt schwarze Zahlen
Einen Lichtblick in der trüben Finanzlandschaft bietet lediglich die Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS). Wie mehrere Medien übereinstimmend melden, konnte die SVS das Jahr 2025 mit einem Gewinn von 70,2 Millionen Euro abschließen. Für das laufende Jahr wird sogar ein Plus von 124 Millionen Euro erwartet. Ein positiver Trend, der jedoch das massive Gesamtdefizit im österreichischen Gesundheitssystem bei weitem nicht ausgleichen kann.
Quellen: oe24.at, orf.at, kurier.at, krone.at, bvz.at
Credits: APA
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