Korea-Expertin: Putin zieht Kim über den Tisch

Korea-Expertin: Putin zieht Kim über den Tisch

Die Beziehung zwischen Russland und Nordkorea steht im Fokus aktueller Analysen, insbesondere im Kontext des Ukraine-Kriegs. Verschiedene Berichte, unter anderem von der BBC, Al Jazeera und der Daily Mail, beleuchten die enge militärische Zusammenarbeit der beiden Staaten, weisen jedoch auch auf erhebliche Ungleichgewichte hin.

Ein ungleiches Bündnis

Laut einer Studie der deutschen Friedrich-Naumann-Stiftung, auf die sich Al Jazeera und die Daily Mail beziehen, hat Nordkorea seit 2023 Waffen und Munition im Wert von schätzungsweise bis zu 9,8 Milliarden US-Dollar an Russland geliefert. Zu den gelieferten Gütern zählen Millionen von Artilleriegeschossen, Raketen, Mörsergranaten sowie rund 15.000 Soldaten, so Al Jazeera unter Berufung auf die Stiftung und südkoreanische Geheimdienste.

Im Gegenzug erhält Nordkorea laut der gleichen Studie hauptsächlich Hilfsgüter wie Lebensmittel, Öl und einige Luftabwehrsysteme. Der Wert dieser Lieferungen liegt demnach bei maximal rund 1,2 Milliarden US-Dollar (Daily Mail, Al Jazeera). Ein bedeutender Geldfluss nach Nordkorea konnte laut Friedrich-Naumann-Stiftung nicht festgestellt werden.

Nordkoreanische Soldaten an der Front

Wie die BBC berichtet, hat Präsident Putin bei einem Treffen in Peking persönlich Kim Jong Un für den Einsatz nordkoreanischer Soldaten in der Ukraine gedankt. Die nordkoreanischen Truppen, die laut BBC-Angaben wenig Gefechtserfahrung haben, wurden insbesondere in der Region Kursk eingesetzt und sollen dort hohe Verluste erlitten haben. Südkoreanische Geheimdienste schätzen die Zahl der nordkoreanischen Gefallenen auf mehrere Hundert bis Tausende. In Medienberichten, z. B. bei BBC und Al Jazeera, wird zudem erwähnt, dass Nordkorea neben Soldaten auch Bauarbeiter zur Unterstützung Russlands entsendet.

Wirtschaftliche und technologische Gegenleistungen

In Bezug auf mögliche Gegenleistungen gibt es unterschiedliche Darstellungen. Während der Telegraph unter Berufung auf südkoreanische Quellen berichtet, Russland habe möglicherweise Nukleartechnologie, etwa Reaktoren von ausgemusterten U-Booten, geliefert, finden die Autoren der Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung dafür keine eindeutigen Belege (Al Jazeera, Daily Mail). Die Stiftung betont, dass keine substanzielle technologische oder wirtschaftliche Entwicklung Nordkoreas durch den Deal erkennbar sei. Die Hoffnung Nordkoreas auf einen Zugang zu Technologien oder wirtschaftlicher Unterstützung habe sich bislang kaum erfüllt.

Das Bündnis führt nach Einschätzung der zitierten Studie (Al Jazeera) zu einer wachsenden Abhängigkeit Nordkoreas von Russland. Auch der strategische Gewinn – etwa das Testen neuer Waffensysteme im Gefecht – gilt als begrenzt und risikobehaftet.

Quellen

  • BBC: „Putin thanks Kim for North Koreans fighting in Ukraine“
  • Al Jazeera: „North Korea getting a raw deal on support for Russia’s war: Report“
  • Daily Mail: „Putin is ripping off Kim Jong Un in Ukraine war deal: Russia has received nearly $10 billion in support while North Korea is getting $1billion in return and NO technological aid, report finds“
  • Telegraph: „Putin ‚rewards Kim Jong-un with nuclear submarine reactors’“
  • Friedrich-Naumann-Stiftung: Studie zur russisch-nordkoreanischen Militärkooperation

Diese Quellen geben einen umfassenden Überblick über die Hintergründe und aktuellen Entwicklungen des Verhältnisses zwischen Russland und Nordkorea im Kontext des Ukraine-Krieges.

Credits: APA

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