Die Universität Kopenhagen hat eine Entscheidung getroffen, die für Aufsehen sorgt: Ab dem 1. Dezember 2025 werden die sogenannten „Retreat Rooms“, die bisher als muslimische Gebetsräume genutzt wurden, dauerhaft geschlossen. Wie die Universitätsleitung in einer offiziellen Stellungnahme erklärte, soll damit Platz für inklusivere und barrierefreie Lern- und Ruheräume geschaffen werden. Prorektor Kristian Lauta betonte: „Die Studienumgebung soll für alle da sein, aber der Bericht zeigt, dass die Retreat Rooms derzeit nur einem engen Segment von Studierenden dienen und damit ihren Zweck nicht erfüllen.“
Kritik an den Retreat Rooms: Ein Ort der Spaltung?
Die Entscheidung basiert auf einem internen Bericht der Universität, der die Nutzung der Retreat Rooms analysierte. Laut diesem Bericht, der von einer eigens eingesetzten Arbeitsgruppe erstellt wurde, hätten die Räume nicht nur soziale Kontrolle und Geschlechtertrennung begünstigt, sondern auch den ursprünglichen Zweck – ein neutraler Rückzugsort für alle Studierenden – verfehlt. Wie die Universität weiter erklärte, seien die Räume zunehmend zu einem politischen und gesellschaftlichen Streitpunkt geworden.
Zusätzlich verweist die Universitätsleitung auf eine Inklusionsbefragung, die ergab, dass sich viele Studierende mit Behinderungen im Alltag ausgeschlossen fühlen. Diese Ergebnisse, die in der offiziellen Stellungnahme der Universität zitiert werden, unterstreichen die Notwendigkeit, barrierefreie und ruhige Bereiche zu schaffen, die allen Studierenden offenstehen.
Inklusion statt Exklusivität: Ein neuer Ansatz
Die Schließung der Gebetsräume ist Teil eines umfassenderen Plans, die Universität inklusiver zu gestalten. Wie die Universitätsleitung betonte, sollen die bisherigen Räume nicht ersatzlos verschwinden, sondern umgestaltet werden. Ziel sei es, Ruhe, Sicherheit und Barrierefreiheit miteinander zu verbinden, ohne neue Trennlinien zu schaffen. „Inklusion gelingt nicht durch Parallelstrukturen, sondern durch Angebote, die von Anfang an für möglichst viele Menschen funktionieren“, heißt es in der Stellungnahme.
Kontroverse Entscheidung: Lob und Kritik
Während einige die Entscheidung als längst überfällig begrüßen, gibt es auch kritische Stimmen. Auf der Plattform X (ehemals Twitter) kommentierte die Journalistin Nina Scholz: „Die Universität Kopenhagen hat heute beschlossen, alle ihre muslimischen Gebetsräume zu schließen. Das ist eine kluge Entscheidung. Unsere Universitäten sind für akademische Vertiefung da.“ Andere Studierendengruppen bemängeln jedoch, dass die Schließung zu abrupt erfolgt sei und alternative Lösungen fehlen.
Ein Signal für andere Universitäten?
Die Entscheidung der Universität Kopenhagen könnte Signalwirkung haben. Während andere Hochschulen ähnliche Räume oft ersatzlos schließen, setzt Kopenhagen auf einen Neubeginn. Die bisherigen Retreat Rooms sollen umgestaltet werden, um Ruhe, Sicherheit und Barrierefreiheit zu vereinen – ohne neue Trennlinien zu schaffen. Ob dieses Modell Schule macht, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Universität Kopenhagen hat ein Zeichen gesetzt.
Quellen:
- Offizielle Stellungnahme der Universität Kopenhagen (zitiert im Artikel von exxpress.at)
- Ergebnisse einer internen Inklusionsbefragung der Universität Kopenhagen
- Bericht der Arbeitsgruppe zur Nutzung der Retreat Rooms
- Kommentar von Nina Scholz auf X (ehemals Twitter)
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