Kim Jong Un verspricht Kreml „bedingungslose Hilfe“ – und wird noch mehr Truppen senden

Kim Jong Un verspricht Kreml „bedingungslose Hilfe“ – und wird noch mehr Truppen senden

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat bei einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow seine Unterstützung für den Kreml im Krieg gegen die Ukraine noch einmal massiv ausgeweitet. Laut der Staatsagentur KCNA sei Pjöngjang bereit, „alle Maßnahmen der russischen Führung zur Beseitigung der Ursachen der Ukraine‑Krise künftig bedingungslos zu unterstützen“.

Bereits seit 2023 liefert Nordkorea Artilleriegeschosse und Kurzstreckenraketen an die russische Armee. Nach südkoreanischen und ukrainischen Geheimdienstangaben waren bis zu 14.000 nordkoreanische Soldaten 2024 an Gefechten im Gebiet Kursk beteiligt. Nun kursieren in Kiew neue Einschätzungen, wonach Pjöngjang weitere bis zu 30 000 Soldaten entsenden könnte. Offiziell bestätigt ist das nicht, doch Lawrow ließ die Tür offen: Die konkrete Form der Hilfe liege „allein bei Nordkorea“.

Im Gegenzug erhält Kim nach westlichen Geheimdienstberichten Lebensmittel‑ und Devisenlieferungen – und vor allem russisches Know‑how für sein Raketen‑ und Satellitenprogramm. Moskau äußert sich dazu nicht.

Gipfeldiplomatie in Wonsan

Lawrow hält sich noch bis Sonntag zu einem dreitägigen Besuch in Nordkorea auf. Das Gespräch mit Kim fand in der Küstenstadt Wonsan statt, wo der nordkoreanische Führer gerade ein neues Luxus‑Resort eröffnen ließ. Laut der russischen Agentur Tass übermittelte Lawrow die Botschaft, Präsident Wladimir Putin hoffe „in sehr naher Zukunft“ erneut auf persönliche Gespräche mit Kim.

Bereits im Sommer 2024 hatten Putin und Kim in Pjöngjang einen Vertrag über eine „umfassende strategische Partnerschaft“ unterzeichnet – inklusive gegenseitiger Beistandspflicht im Angriffsfall. Seither sprechen beide Regime von einem „unbesiegbaren Kampfbrüder‑Bündnis“.

Sorge in Seoul und Washington

Die verstärkte Kooperation weckt Besorgnis in Seoul, Tokio und Washington. Südkoreas Verteidigungsministerium warnte, Kims Militärhilfe könne „die Dynamik auf den ukrainischen Fronten spürbar verschieben“. Die US‑Regierung prüft nach eigenen Angaben zusätzliche Sanktionen gegen russische Rüstungsfirmen, die mit Pjöngjang Handel treiben.

Credit: APA

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