Bei einer Wanderung in Kärnten hat sich FPÖ-Chef Herbert Kickl im hauseigenen Parteiradio „Austria First“ ungewohnt persönlich gezeigt. Von Kindheitserinnerungen über philosophische Zitate bis zu seinem Verhältnis zur eigenen Heimat gab der Klubobmann tiefe Einblicke in seine Gedankenwelt.
„Heimat ist dort, wo man sich nicht erklären muss“
Im Gespräch blickte Kickl auf seine Kindheitsjahre zurück und griff dabei auf ein Zitat des Philosophen Johann Gottfried Herder zurück, um seinen Heimatbegriff zu umschreiben. Im Laufe des Gesprächs bezog er sich darüber hinaus auch auf Goethe und Schiller. Sein Verhältnis zu Kärnten beschrieb er als andauernde Sehnsucht: Jeden Tag denke er an seine Heimat, gestand Kickl. Ob dahinter mehr als Nostalgie steckt, blieb offen – in Kärnten, wo einst Jörg Haider Landeshauptmann wurde, stehen 2028 Landtagswahlen an. Einen konkreten Hinweis auf eine mögliche politische Rückkehr in sein Heimatbundesland gab Kickl aber erwartungsgemäß nicht. Sein erklärtes Ziel bleibt weiterhin, „Volkskanzler“ in Wien zu werden.
Aufgewachsen unter einem Dach mit Eltern und Großeltern
Auch über seine Kindheit sprach Kickl offen: Er sei gemeinsam mit Eltern und Großeltern unter einem Dach aufgewachsen. Als prägende Figuren seines Lebens nannte er zwei Personen – seinen Philosophieprofessor an der Universität, der ihm das Denken beigebracht habe, sowie naheliegend Jörg Haider.
„Ich kann nichts, aber ich kann alles lernen“
Auch die Anfänge seiner politischen Laufbahn thematisierte Kickl. Ein Studienkollege habe ihn seinerzeit ins Umfeld der FPÖ geholt. Bei seiner Bewerbung bei der Partei habe er sich selbst mit den Worten beschrieben: „Ich kann nichts, aber ich kann alles lernen“ – und wurde genommen.
Ein Kärntner in Niederösterreich
Als Parteichef folgt Kickl nach eigenen Worten einem klaren Leitsatz: Er wolle sich nicht von der Politik prägen lassen, sondern selbst die Politik prägen. Seine Formulierung dafür: „Ich habe die normale Welt nie verlassen“ – dies, obwohl der gebürtige Kärntner seit Langem in Niederösterreich lebt. Für die kommende Nationalratswahl hat er ein klares Ziel formuliert: möglichst großen Abstand zu den anderen Parteien. Seine eigene Bewegung beschreibt er dabei als „große Bewegung der Normalität“.
Credits: Parlamentsdirektion/Thomas Topf
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