Die Zapfsäulen in Österreich glühen – und das nicht nur wegen der frühlingshaften Temperaturen. Seit Ausbruch des Iran-Krieges klettern die Spritpreise in schwindelerregende Höhen und belasten die Geldbörsen der Autofahrer massiv. Inmitten der hitzigen Debatte meldet sich nun FPÖ-Chef Herbert Kickl mit einer unmissverständlichen Forderung zu Wort: Er verlangt eine sofortige und drastische Senkung der Abgaben auf Treibstoff.
Preis-Schock an der Tankstelle
Der Konflikt im Nahen Osten hat die Ölpreise in die Höhe schnellen lassen, was sich direkt auf die Preise für Diesel und Benzin auswirkt. Diesel verteuerte sich innerhalb weniger Tage um rund 16 Prozent, Superbenzin um mehr als 13 Prozent. Laut ÖAMTC-Daten kostete ein Liter Diesel am Dienstag im Schnitt bereits 1,739 Euro, für Super waren 1,639 Euro fällig. Ein Anstieg, der für viele Pendler und Familien kaum noch zu stemmen ist.
Die Autofahrerclubs schlagen Alarm. Der ÖAMTC bezeichnet die Preissteigerungen als „zu hoch und zu schnell“, während der ARBÖ sogar einen Preisdeckel von 1,50 Euro pro Liter fordert. Auch die Arbeiterkammer und der Gewerkschaftsbund (ÖGB) kritisieren die Entwicklung als „unverhältnismäßig“ und „nicht nachvollziehbar“.
Kickls Frontalangriff auf die Regierung
In dieser angespannten Lage positioniert sich FPÖ-Chef Herbert Kickl als Anwalt der Autofahrer. Er ruft die Bundesregierung zum „sofortigen Eingreifen“ auf. Seine Forderungen sind klar: Die CO2-Steuer soll „umgehend abgeschafft“ und die Mehrwert- sowie die Mineralölsteuer auf Diesel und Benzin „massiv gesenkt“ werden.
Auf Facebook lieferte sich Kickl einen direkten Schlagabtausch mit SPÖ-Chef Andreas Babler, wie die Krone Zeitung festhielt. Nachdem Babler den FPÖ-Chef aufforderte, den Menschen die hohen Preise zu erklären, konterte Kickl prompt: „Von 1,50 Euro pro Liter kassiert der rote Finanzminister zwischen 80 und 86 Cent – also mehr als die Hälfte.“ Seine Botschaft an die Regierung: „Steuern runter oder Steuern weg. Das ist eine rein österreichische Angelegenheit. Worauf warten Sie, Herr Babler?“
Regierung prüft, Experten warnen
Während die FPÖ auf schnelle Steuersenkungen drängt, gibt sich die Regierung zurückhaltend. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) warnte vor zu schnellen Schritten, versicherte aber, dass es „keine Krisengewinner geben darf“. Er hat eine Untersuchung der Preisentwicklung durch das Institut für Höhere Studien (IHS) in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse Ende März vorliegen sollen.
Wirtschaftsexperten wie Wifo-Chef Gabriel Felbermayr mahnen zur Vorsicht. Er warnte im ORF vor „Panik an der Zapfsäule“ und erklärte, dass die Forderung nach einem Tankrabatt die Preise sogar noch weiter in die Höhe treiben könnte, da Unternehmen auf staatliche Eingriffe spekulieren würden. Aus seiner Sicht sei ein Preis von zwei Euro pro Liter Diesel noch nicht kritisch genug für einen staatlichen Eingriff.
Die Autofahrer blicken währenddessen weiter mit Sorge auf die Preistafeln. Die politische Debatte ist in vollem Gange, doch eine schnelle Entlastung scheint vorerst nicht in Sicht.
Quellen: oe24.at, orf.at, krone.at
Credits: APA
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