Kickl allein gegen alle: 36 Prozent in der Kanzlerfrage – Babler Letzter

Kickl allein gegen alle: 36 Prozent in der Kanzlerfrage – Babler Letzter

Eine neue Lazarsfeld-Umfrage für oe24 zeigt ein historisches Ungleichgewicht: FPÖ-Chef Herbert Kickl kommt in der Kanzlerfrage auf mehr Zustimmung als alle anderen Parteichefs zusammen. Für SPÖ-Chef Andreas Babler sind die Zahlen besonders ernüchternd.

36 zu 35 – Kickl gegen den Rest

Wie oe24 unter Berufung auf eine aktuelle Lazarsfeld-Erhebung (1.000 Befragte, 15. bis 16. Juni 2026) berichtet, würden 36 Prozent der Österreicher Herbert Kickl direkt zum Bundeskanzler wählen, wenn das möglich wäre. Die Chefs aller anderen im Parlament vertretenen Parteien kommen zusammen auf 35 Prozent – also weniger als der FPÖ-Obmann allein.

Babler hinter Gewessler und Meinl-Reisinger

Besonders auffällig ist die Reihenfolge der anderen Parteichefs, wie oe24 schildert. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) kommt als einziger neben Kickl auf einen zweistelligen Wert: elf Prozent. Dahinter folgen Grünen-Chefin Leonore Gewessler mit neun und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger mit acht Prozent. SPÖ-Chef Andreas Babler bildet mit sieben Prozent das Schlusslicht – damit liegt der Vizekanzler und Regierungsteilnehmer hinter beiden Oppositionschefinnen und nur knapp über dem statistischen Rauschen.

Sonntagsfrage: FPÖ kratzt an 40 Prozent

Auch in der parallel erhobenen Sonntagsfrage derselben Lazarsfeld-Erhebung – diesmal mit 2.000 Befragten aus dem Zeitraum 8. bis 16. Juni – sieht es für die Koalition nicht gut aus, wie oe24 berichtet. Die FPÖ liegt bei 38 Prozent und kratzt damit laut oe24 an der 40-Prozent-Marke. Die ÖVP erholt sich leicht um zwei Punkte auf knapp 20 Prozent, bleibt aber historisch schwach. Die SPÖ verharrt bei 18 Prozent, die NEOS fallen auf sieben Prozent – einen Punkt unter ihrem ohnehin schon schwachen Vorwochenwert.

Profiteure der Koalitionsschwäche sind auch in dieser Erhebung die Oppositionsparteien: Die Grünen kommen auf 12 Prozent – deutlich über ihrem Nationalratswahl-Ergebnis von 8,24 Prozent. Die KPÖ läge mit drei Prozent unter der Parlamentshürde.

EINORDNUNG DER REDAKTION
Für Babler sind die Zahlen strukturell bedenklich: Als amtierender Vizekanzler in einer Dreierkoalition liegt er in der Kanzlerfrage nicht nur hinter dem Regierungschef seiner eigenen Koalition, sondern auch hinter zwei Oppositionschefinnen. Das Grundproblem zeigt sich auch in den Zahlen, die die heute.at-Unique-Research-Umfrage vom selben Wochenende lieferte: Nur 45 Prozent der eigenen SPÖ-Wähler würden Babler zum Kanzler machen wollen – ein Wert, der bei Stocker mit 76 Prozent und bei Kickl mit 82 Prozent der jeweiligen Wählerschaft liegt. Die Umfragen zeichnen damit das Bild eines Regierungschefs der Sozialdemokraten, der weder innerhalb seiner Partei noch darüber hinaus die Begeisterung entfacht, die man von einem Kanzlerkandidaten in spe erwarten würde.

Credits: Parlamentsdirektion /​ Thomas Topf

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