Im österreichischen Gesundheitssystem brodelt es: Während Privatpatienten oft innerhalb weniger Tage einen Facharzttermin ergattern, müssen Kassenpatienten teils wochenlang warten. Eine aktuelle Studie des Vergleichsportals krankenversichern.at zeigt die dramatische Schieflage auf.
Zwei-Klassen-Medizin auf dem Vormarsch
„Wer nicht zahlen will, muss lange warten“, kritisiert SPÖ-Gesundheitssprecher Rudolf Silvan. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In der Augenheilkunde warten Kassenpatienten im Schnitt 52 Tage auf einen Termin, während Privatpatienten bereits nach vier Tagen behandelt werden. Ähnlich düster sieht es in der Orthopädie aus: Zwei Tage Wartezeit für Privatpatienten stehen 24 Tagen für Kassenpatienten gegenüber. Auch in der Radiologie und Gynäkologie klaffen die Wartezeiten weit auseinander.
SPÖ fordert Maßnahmen
Für die SPÖ ist klar: „Es muss wieder die E-Card und nicht die Kreditkarte zählen“, so Silvan. Die Partei fordert, Wahlärzte stärker ins Kassensystem einzubinden. Sollte dies nicht ausreichen, könnten verpflichtende Maßnahmen folgen. „Privatärzte müssen einen Teil ihrer Kapazitäten für Kassenpatienten bereitstellen“, so Silvan weiter.
Ärztekammer schlägt Alarm
Auch die Ärztekammer für Wien sieht dringenden Handlungsbedarf. „Lange Wartezeiten bedeuten für Patienten mehr Schmerzen und längere Arbeitsausfälle“, warnt Präsident Johannes Steinhart. Die Politik müsse endlich handeln, um die medizinische Versorgung zu sichern.
Quellen: oe24.at, krone.at, ots.at, heute.at, aekwien.at
Credits: APA
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