Karl Mahrer: Diversion beendet Verfahren in der Causa Wienwert

Karl Mahrer: Diversion beendet Verfahren in der Causa Wienwert

Im Prozess um die pleitegegangene Immobiliengruppe Wienwert wurde dem Antrag auf Diversion für den ehemaligen Wiener ÖVP-Chef Karl Mahrer und seine Ehefrau Christine stattgegeben. Die beiden müssen insgesamt 63.250 Euro zahlen, womit das Verfahren gegen sie abgeschlossen ist. Dies berichteten unter anderem der ORF und „Heute“.

Die Vorwürfe: Untreue und fehlende Gegenleistungen

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) warf dem Ehepaar Mahrer vor, zur Untreue beigetragen zu haben. Konkret soll das von Christine Mahrer geführte PR-Beratungsunternehmen im Jahr 2017 rund 84.000 Euro von Wienwert erhalten haben, ohne dass entsprechende Gegenleistungen erbracht wurden. Laut Anklage sollten die Zahlungen dazu dienen, mögliche politische Kontakte von Karl Mahrer zu nutzen. Beide wiesen die Vorwürfe zurück, räumten jedoch Fehler ein, insbesondere bei der Dokumentation der erbrachten Leistungen.

Richter betont Unterschiede zu anderen Fällen

Richter Michael Radasztics betonte, dass der Fall Mahrer nicht mit anderen politischen Diversionen, wie etwa jener des ÖVP-Politikers August Wöginger, vergleichbar sei. Im Gegensatz zu Wöginger gehe es bei Mahrer nicht um Amtsmissbrauch oder öffentliche Gelder. Zudem sei Karl Mahrer zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Taten noch nicht in der Politik tätig gewesen. Der Richter verwies auch auf frühere Diversionen in der Wienwert-Causa, etwa von FPÖ-Politikern Johann Gudenus und Markus Tschank.

Selbstkritik und Rückzahlung

Karl Mahrer zeigte sich selbstkritisch und räumte ein, dass die Trennung zwischen seiner Tätigkeit als stellvertretender Polizeichef und den Geschäften seiner Frau nicht klar genug gewesen sei. Christine Mahrer gab an, das erhaltene Honorar bereits Anfang Jänner an den Masseverwalter der Wienwert zurückgezahlt zu haben.

Weitere Verfahren in der Wienwert-Causa

Die Causa Wienwert betrifft insgesamt elf Angeklagte, darunter auch den ehemaligen Firmenchef Stefan Gruze. Die WKStA wirft ihnen unter anderem schweren gewerbsmäßigen Betrug, Untreue und betrügerische Krida vor. Der Schaden für rund 1.800 betroffene Anleger beläuft sich laut Anklage auf etwa 41 Millionen Euro. Auch der SPÖ-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy ist in den Fall verwickelt und weist die Vorwürfe zurück.

Quellen: oe24.at, wien.ORF.at, Die Presse, Heute
Credits: APA

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