Kitzbühel – Einst war er der strahlende Star der österreichischen Politik, heute steht Karl-Heinz Grasser vor den Trümmern seiner finanziellen Existenz. Am Bezirksgericht Kitzbühel fand am Dienstag die erste Prüfungstagsatzung im Privatkonkursverfahren des ehemaligen Finanzministers statt. Die Zahlen sind erschütternd: 35,6 Millionen Euro an Forderungen wurden angemeldet, davon sollen 23,1 Millionen Euro anerkannt werden. Hauptgläubigerin ist die Republik Österreich.
Ein Leben im Hausarrest
Grasser, der nach seiner Verurteilung im Buwog-Prozess sieben Monate im Gefängnis verbrachte, lebt derzeit in elektronisch überwachten Hausarrest in Kitzbühel. Sein Anwalt Thomas Payer erklärte gegenüber der APA, dass Grasser bei der Verhandlung nicht anwesend war. „Er kann nichts beitragen“, so Payer. Die Verhandlung, die nur rund 30 Minuten dauerte, war nicht öffentlich.
Das Vermögen: Zwei Fahrräder und ein Fotoapparat
Die Vermögensverhältnisse des einstigen Polit-Stars sind ernüchternd. Laut einem Formular, das dem Ö1-Morgenjournal vorliegt, besitzt Grasser lediglich zwei Fahrräder, einen Fotoapparat, Tennisschläger und einige elektronische Geräte wie Smartphone und Tablet. Eine seiner Uhren soll er bereits für 25.000 Euro verkauft haben. Gleichzeitig hat er Schulden bei seinem Anwalt in Höhe von 35.000 Euro und ein Darlehen von 270.000 Euro von seiner Ehefrau Fiona Grasser erhalten.
Die Republik fordert Millionen
Der größte Brocken der Forderungen stammt aus dem Buwog-Prozess: 12,9 Millionen Euro Schadenersatz verlangt die Republik Österreich. Hinzu kommen Steuerforderungen in Höhe von 10,1 Millionen Euro. Laut dem Gläubigerschutzverband KSV1870 gelten diese Ansprüche als berechtigt. Grasser bot eine Entschuldung über eine Barquote von drei Prozent an, finanziert durch Mittel von „dritter Seite“. Eine Entscheidung über den Zahlungsplan steht jedoch noch aus.
Liechtenstein im Fokus?
Der Insolvenzverwalter vermutet, dass Grasser weiteres Vermögen auf einem Konto in Liechtenstein haben könnte. Offiziell wurden jedoch nur Vermögenswerte von rund 200.000 Euro festgestellt. Ob und wie diese Vermutungen überprüft werden, bleibt abzuwarten.
Quellen: oe24.at, kurier.at, kleinezeitung.at, wienerborse.at
Credits: APA
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