Als Außenministerin eines Regierungspartners sollte Beate Meinl-Reisinger eigentlich Profil zeigen. Die Kanzlerfrage zeichnet ein anderes Bild.
Schlusslicht unter den Koalitionschefs
In der aktuellen Kanzlerfrage für oe24 – erhoben von der Lazarsfeld Gesellschaft am 30. und 31. März 2026 unter 1.000 Befragten – landet NEOS-Chefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger mit 6 Prozent auf dem letzten Platz aller abgefragten Politiker. Damit liegt sie nicht nur weit hinter FPÖ-Chef Herbert Kickl (31 Prozent) und Bundeskanzler Christian Stocker (12 Prozent), sondern auch hinter SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler (9 Prozent) – und sogar hinter Grünen-Chefin Leonore Gewessler (8 Prozent), die gar kein Regierungsamt innehat.
Amt hilft nicht – Opposition schlägt Koalition
Das Ergebnis ist bemerkenswert, weil Meinl-Reisinger als Außenministerin eines der exponiertesten Ämter der Bundesregierung bekleidet. Gerade in Zeiten geopolitischer Verwerfungen – Iran-Krieg, Ukraine-Konflikt, transatlantische Spannungen – sollte das Außenministerium Sichtbarkeit erzeugen. Stattdessen liegt Meinl-Reisinger in der persönlichen Kanzlerpräferenz noch hinter Gewessler, die in der Opposition sitzt und bei den letzten Nationalratswahlen deutlich schlechter abschnitt als die NEOS.
Phantom-Orden, Ukraine-Debatten – viel Lärm, wenig Rückhalt
Zuletzt sorgte Meinl-Reisinger vor allem durch die Debatte rund um einen angeblichen ukrainischen Orden für Schlagzeilen – eine Kontroverse, die sich als haltlos herausstellte, ihr aber wochenlangen Gegenwind einbrachte. Ob dieser Lärm an ihren Umfragewerten nagt, lässt sich nicht direkt belegen. Fest steht: In der Kanzlerfrage hat sie sich seither nicht erholt.
Was das für die NEOS bedeutet
Für eine Partei, die mit dem Versprechen angetreten war, die politische Kultur zu verändern und Kompetenz über Populismus zu stellen, ist das Ergebnis ernüchternd. Die NEOS lagen bei der Nationalratswahl 2024 bei rund 9 Prozent – in der Kanzlerfrage bewegt sich ihre Chefin weit darunter. Das deutet darauf hin, dass der Regierungseintritt zwar die Partei stabilisiert hat, den Führungsfiguren aber bisher keine persönliche Strahlkraft verliehen hat.
Credits: APA
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