Kanzler Stocker in Indien: Milliarden-Deals, roter Teppich und große Bollywood-Träume

Kanzler Stocker in Indien: Milliarden-Deals, roter Teppich und große Bollywood-Träume

Zum ersten Mal seit über vier Jahrzehnten reist ein österreichischer Bundeskanzler in das bevölkerungsreichste Land der Erde. Christian Stocker wird in Neu-Delhi mit allen Ehren empfangen. Das ehrgeizige Ziel der Mission lautet: Wirtschaftliche Milliarden-Deals, frische Fachkräfte und ein lukratives Filmabkommen für Österreich.

Roter Teppich für Österreichs Spitze

Im prächtigen Garten des Regierungssitzes Hyderabad House schüttelten sich Bundeskanzler Stocker und der indische Premierminister Narendra Modi freudig die Hände. Die beiden Politiker zeigten sich bestens gelaunt und vertraut. Neben Modi traf Stocker auf seiner Reise auch den indischen Außenminister Subrahmanyam Jaishankar und Staatspräsidentin Droupadi Murmu.

Laut The Tribune India geht es bei diesem viertägigen Staatsbesuch um viel mehr als nur schöne Bilder für die Presse. Im Fokus stehen harte Interessen in den Bereichen Handel, Technologie und Investitionen. Österreich sucht inmitten von globalen Krisen nach starken und zuverlässigen Partnern.

Wirtschaftsgipfel und der Kampf um kluge Köpfe

Im Gepäck hat der Kanzler seinen Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und eine Delegation aus 60 heimischen Top-Managern. Indien wächst rasant und die heimische Wirtschaft will unbedingt ein Stück vom Kuchen abhaben. Wie Die Presse berichtet, fallen durch neue Abkommen zahlreiche bürokratische Hürden für Exporte weg. Die Firmen hoffen auf große Aufträge, vor allem bei Umwelttechnik und im Maschinenbau.

Gleichzeitig leidet Österreich unter einem massiven Fachkräftemangel. Eine neue Vereinbarung soll indischen Experten nun den Weg nach Österreich ebnen. Ein spezieller Vorab-Check für die Rot-Weiß-Rot-Karte wird eingeführt. Damit holt man begehrte Ingenieure und Informatiker aus Indien wesentlich schneller und unkomplizierter ins Land.

Österreich als neue Kulisse für Bollywood

Der wohl schillerndste Teil der Asien-Reise betrifft die Filmindustrie. Österreich arbeitet an einem handfesten Bollywood-Abkommen. Indische Filmemacher sollen ihre bunten und aufwendigen Millionen-Produktionen künftig in den heimischen Alpen drehen. Das Kalkül der Regierung ist clever: Wenn unzählige Inder die österreichischen Berge auf der Kinoleinwand bewundern, kommen sie wenig später als zahlungskräftige Touristen in unser Land. Die Schweiz hat es bereits erfolgreich vorgemacht, nun zieht Österreich entschlossen nach.

Globale Krisen schweißen zusammen

Die Welt ist im ständigen Wandel, und verlässliche Partnerschaften werden immer wichtiger. Angesichts unsicherer Zeiten und geopolitischer Spannungen rund um den amtierenden US-Präsidenten Trump suchen sowohl Europa als auch Indien nach neuen, starken Verbündeten. Laut Hindustan Times stand daher auch die internationale Sicherheit ganz oben auf der Tagesordnung. Die Gründung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Terrorismusbekämpfung ist nur eines von vielen konkreten Ergebnissen dieses erfolgreichen Besuchs.

Quellen: oe24, The Tribune India, Hindustan Times, Die Presse
Credits: APA

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