Kampf gegen Frauenhass: Regierung nimmt Deepfakes ins Visier

Kampf gegen Frauenhass: Regierung nimmt Deepfakes ins Visier

Am Donnerstag fand in Wien ein Gipfel statt, der sich einem brisanten Thema widmete: Frauenhass im Netz. Unter der Leitung von Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) wurde der Auftakt zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Gewalt an Frauen gemacht. Besonders im Fokus: die Bedrohung durch Deepfakes.

Deepfakes – eine neue Dimension der digitalen Gewalt

„Mit nur zwei Klicks können auf digitalen Plattformen Nacktbilder und Deepfakes erstellt werden“, warnte Holzleitner eindringlich. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, sollen klare Konsequenzen für die Erstellung solcher Inhalte sowie die Verantwortung der Plattformen im Nationalen Aktionsplan verankert werden. Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) betonte, dass ein Verbot sexualisierter Deepfakes noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll. „Es ist unfassbar, vor welchen neuen Phänomenen wir stehen“, so Sporrer.

Plattformen in der Pflicht

Medienminister Andreas Babler (SPÖ) kritisierte die mangelnde Durchsetzung bestehender Regelungen wie des Digital Services Act. „Plattformen müssen endlich Verantwortung übernehmen“, forderte er laut ORF. Babler machte zudem Druck auf europäischer Ebene, um die Betreiber stärker in die Pflicht zu nehmen.

Prävention beginnt bei den Jüngsten

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) sieht die Lösung in der Prävention. „Bereits in Kindergärten und Schulen müssen wir ansetzen“, erklärte er. Ein respektvoller Umgang und die Gleichberechtigung der Geschlechter sollen früh vermittelt werden. Auch Eltern seien hier gefragt, so Wiederkehr.

Kritik an der Regierung

Die Opposition zeigte sich skeptisch. FPÖ-Frauensprecherin Rosa Ecker warf der Regierung Ankündigungspolitik vor, während die Grünen von einer „Inszenierung als Ankündigungsweltmeister“ sprachen. Konkrete Gesetzesentwürfe seien bislang nicht vorgelegt worden, wie die Tiroler Tageszeitung berichtet.

Weitere Maßnahmen geplant

Neben dem Verbot von Deepfakes sollen in den kommenden Monaten weitere Themen wie Femizide, Machtmissbrauch und die Verantwortung der Medien in der Berichterstattung behandelt werden. „Wer Frauen im Netz angreift, greift unsere Gesellschaft an“, betonte Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP). Er forderte eine konsequente Verfolgung digitaler Gewalt.

Quellen: oe24.at, ORF, Tiroler Tageszeitung, Nationale Koordinierungsstelle „Gewalt gegen Frauen“
Credits: APA

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