Justizministerin will Gefährder mit GPS überwachen

Justizministerin will Gefährder mit GPS überwachen

Die österreichische Justizministerin Anna Sporrer sorgt mit einem neuen Vorstoß für Aufsehen: Sie plant, Gefährder künftig digital zu überwachen, um Frauen und Kinder besser vor Gewalt zu schützen. Laut Medienberichten prüft die Ministerin derzeit verschiedene Modelle, die in anderen Ländern bereits erfolgreich im Einsatz sind.

Schutz für Frauen und Kinder: Das spanische Modell als Vorbild

In Spanien wird das digitale Tracking von Gefährdern bereits praktiziert. Dort müssen Männer, gegen die eine einstweilige Verfügung vorliegt, ein GPS-Überwachungsgerät tragen. Auch die Opfer erhalten ein entsprechendes Gerät, das Alarm schlägt, sobald der Gefährder sich auf weniger als 100 Meter nähert. „Wir prüfen derzeit, welches Modell in Österreich praktikabel wäre“, erklärte Sporrer im Gespräch mit der APA. Auch in Deutschland sei eine ähnliche Überwachung geplant.

Zusammenarbeit mit Polizei und Gerichten notwendig

Damit das Tracking in Österreich Realität wird, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Innenministerium, Polizei und Gerichten erforderlich. Besonders die Zivilgerichte sollen eine zentrale Rolle spielen, da sie für die Ausstellung einstweiliger Verfügungen zuständig sind. „Es gibt noch viele Details zu klären“, so die Ministerin weiter.

Ein Jahr voller Reformen: Sporrer zieht Bilanz

Seit ihrem Amtsantritt vor neun Monaten hat Anna Sporrer bereits mehrere große Projekte angestoßen. Neben der geplanten GPS-Überwachung von Gefährdern hat sie sich auch für eine Verschärfung des Sexualstrafrechts eingesetzt. Das Konsensprinzip „Nur Ja heißt Ja“ steht dabei im Mittelpunkt. Wie oe24.at berichtet, betonte Sporrer, dass diese Reform unabhängig von aktuellen Fällen wie dem „Fall Anna“ sei. „Von Anlassgesetzgebung halte ich gar nichts“, stellte sie klar.

Gewaltambulanzen als wichtige Unterstützung

Ein weiteres Anliegen der Ministerin ist die Stärkung der Gewaltambulanzen. Diese sollen objektive Verletzungsbefunde erstellen, die später vor Gericht verwendet werden können. „In Fällen ohne sichtbare Verletzungen liegt die Beweislast oft allein auf den Aussagen der Opfer“, erklärte Sporrer. Die Gewaltambulanzen könnten hier eine entscheidende Rolle spielen.

Fazit: Ein mutiger Schritt in Richtung Sicherheit

Mit ihrem Vorstoß zur digitalen Überwachung von Gefährdern setzt Anna Sporrer ein klares Zeichen für den Schutz von Frauen und Kindern. Ob und wann das Modell in Österreich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Die Justizministerin hat ein Thema aufgegriffen, das viele Menschen bewegt.


Credits: APA

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