Freibäder, einst Orte des Sommers, der Leichtigkeit, der Kindheit. Heute sind sie längst zum Schauplatz von Respektlosigkeit, sexuellen Übergriffen und roher Gewalt verkommen. Vor allem in den vergangenen Jahren häufen sich Berichte über Vorfälle – meist begangen von jungen Männern mit Migrationshintergrund. Die Antwort deutscher Betreiber: Fritten.
„Respekt ist wie eine gute Portion Pommes“, heißt es in einer aktuellen Kampagne der Agentur „Ressourcenmangel“. Man nennt es „Frittikette“. Was klingt wie ein Scherz aus der Werbeabteilung eines Fastfood-Konzerns, ist ihr bitterer Ernst: Eine Mischung aus Kindersprache, Wohlfühlpädagogik und der unfreiwilligen Kapitulation vor den realen Problemen in unseren Schwimmbädern.
Wo früher Platzverweise, Ordnungskräfte und Hausverbote den Rahmen setzten, regieren heute Wortspiele. Statt Sicherheit gibt es Symbolpolitik, statt Kontrolle ein paar wohlmeinende Slogans. Während Badegäste bedrängt, Frauen belästigt und Schwimmmeister bedroht werden, wirft man den Tätern Pommes hinterher – oder besser gesagt: ein moralisches Kartoffelprodukt, frittiert in der heißen Luft der Betroffenheit.
„Frittikette“ ist die sprachliche Schaumkrone eines tieferliegenden Problems: der Weigerung, Fehlverhalten klar zu benennen – und zwar inklusive Herkunft, Kultur und Sozialisation der Täter. Wer die Ursachen nicht analysieren will, braucht sich über ausbleibende Lösungen nicht zu wundern. In einer Gesellschaft, in der eine Portion Pommes als Mittel gegen sexuelle Übergriffe verkauft wird, muss man sich nicht fragen, warum immer weniger Menschen noch ins Freibad gehen – sondern eher, warum überhaupt noch jemand kommt.
Natürlich ist Respekt wichtig. Aber Respekt braucht nicht Pappschilder in Pommesform. Er braucht Konsequenz. Er braucht Mut zur Wahrheit. Und er braucht das Eingeständnis, dass manche Probleme sich nicht wegfrittieren lassen.
Credit: Screenshot respektpommes.de
(Ressourcenmangel)
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