Jedes zehnte Volksschulkind braucht Deutschförderung – ein Drittel länger als ein Jahr

Jedes zehnte Volksschulkind braucht Deutschförderung – ein Drittel länger als ein Jahr

Die Statistik Austria hat aktuelle Bildungsdaten veröffentlicht. Besonders auffällig: Die Nachfrage nach Deutschförderung bleibt hoch, vor allem in Städten. Gleichzeitig wird Österreichs Lehrpersonal jünger und die Bevölkerung gebildeter.

Deutschförderbedarf trifft vor allem Volksschulen

Wie der ORF unter Berufung auf die aktuelle Statistik-Austria-Erhebung „Bildung in Zahlen 2024/2025″ berichtete, erhält rund jeder zehnte Volksschüler Deutschförderung. Bei Erstklässlern ist es sogar jeder Fünfte. Insgesamt entfallen 84 Prozent aller Deutschfördermaßnahmen an Pflichtschulen auf Volksschulen.

Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk erklärte laut ORF: „Da Bildungskarrieren früh geprägt werden und um Schülerinnen und Schüler mit ungenügenden Deutschkenntnissen möglichst frühzeitig abzuholen, werden diese in Deutschförderklassen oder -kursen gefördert.“

Ein Drittel braucht länger als ein Jahr

Wie der ORF berichtete, haben im Schuljahr 2022/23 knapp 14.000 Kinder erstmals eine Deutschförderklasse besucht. Nach einem Semester befand sich noch rund zwei Drittel von ihnen in separaten Förderklassen, nach einem Jahr war es noch ein Drittel – der Rest wechselte entweder in unterrichtsbegleitende Förderkurse oder benötigte gar keine Förderung mehr.

Das System läuft seit 2018/19: Kinder mit ungenügenden Deutschkenntnissen werden maximal zwei Jahre in separaten Klassen oder parallelen Förderkursen unterrichtet. Halbjährlich werden ihre Kenntnisse überprüft. Besonders hoch ist der Förderbedarf in Städten: Laut ORF sind es dort 14 Prozent aller Pflichtschüler, in ländlichen Gebieten dagegen nur knapp drei Prozent.

Ab dem kommenden Schuljahr können Schulen laut Bildungsministerium von den separaten Klassen abgehen, wenn sie eigene alternative Konzepte entwickeln.

Bildungsstand der Bevölkerung steigt – Akademikerquote verfünffacht

Auf gesamtgesellschaftlicher Ebene zeigt sich laut ORF ein positiver Trend: Nur noch rund 17 Prozent der Bevölkerung haben als höchsten Abschluss die Pflichtschule. Die Akademikerquote stieg auf 21 Prozent – eine Verfünffachung seit 1981. Die Zahl der belegten Studien in Österreich liegt stabil bei knapp 400.000.

Lehrpersonal wird jünger

Wie der ORF berichtete, ist das Lehrpersonal in Österreich im Schnitt jünger als noch vor zehn Jahren. Der Anteil der unter 30-Jährigen stieg von neun auf 13 Prozent, der Anteil der über 50-Jährigen sank von 45 auf 38 Prozent. Am jüngsten ist das Personal an Volksschulen – 18 Prozent sind dort unter 30 Jahre alt. An Berufsschulen hingegen sind über 54 Prozent der Lehrenden älter als 50. Lenk warnte jedoch: Rückschlüsse auf den Lehrermangel seien aus diesen Zahlen allein nicht möglich.

Credits: APA

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