Jeder zweite Lehrer unter Druck – und Smartphones treiben Schüler in die Krise

Jeder zweite Lehrer unter Druck – und Smartphones treiben Schüler in die Krise

Eine neue Studie von öbv und Uni Linz zeigt: Österreichs Schulen stehen unter erheblichem psychischen Druck – auf beiden Seiten des Lehrerpults.

Die Zahlen: Druck von oben und unten

Wie ooe.ORF.at und vol.at unter Berufung auf die am Dienstag veröffentlichte Online-Umfrage des Österreichischen Bundesverlags Schulbuch (öbv) und der Universität Linz berichteten, fühlt sich die Hälfte der befragten 2.000 Pädagogen durch ihre Arbeit unter Druck – in Sonderschulen sind es sogar 75 Prozent. Ein Drittel der Befragten gibt an, dass die Mehrheit ihrer Schüler von psychischen Belastungen betroffen ist. Die Erhebung fand Ende 2025 statt.

Was Lehrer belastet

Als häufigste Belastungsfaktoren nannten laut vol.at und ooe.ORF.at je zwei Drittel der Befragten administrative Aufgaben, zu große Klassen und den Umgang mit unterschiedlichen Bedürfnissen der Schüler. Rund die Hälfte kämpft zusätzlich mit der Aufrechterhaltung der Klassendisziplin und der Unterstützung von Kindern mit mangelnden Deutschkenntnissen.

Wie Studienautor Christoph Helm von der Abteilung für Bildungsforschung der Uni Linz laut vol.at zusammenfasste: „Viele Lehrkräfte erleben Sinn in ihrer Arbeit, stehen aber gleichzeitig unter erheblichem Druck.“ Zwischen 68 und 86 Prozent der Befragten – je nach Schultyp – sehen Sinn und Bedeutsamkeit in ihrer Arbeit. Ein Widerspruch, der das strukturelle Problem deutlich macht.

Was Schüler belastet: Smartphones an erster Stelle

Wie vol.at berichtete, sehen 80 Prozent der befragten Pädagogen in Smartphones und Social Media den stärksten Belastungsfaktor für ihre Schüler. Daneben wurden Leistungsdruck und mangelnde Unterstützung im Elternhaus besonders häufig genannt. Zwei Drittel der Lehrkräfte setzen laut Umfrage zumindest gelegentlich Maßnahmen zur Förderung der mentalen Gesundheit in der Klasse ein – etwa Bewegungsübungen, Stressbewältigung oder persönliche Gespräche. Wie Studienautor Helm laut vol.at betonte, geschehe das aber „oft nur unsystematisch“ – „hier besteht aus meiner Sicht klarer Handlungsbedarf.“

Was gefordert wird

Zur Entlastung wünschen sich die Befragten laut ooe.ORF.at vor allem Supervision und psychologische Begleitung, kleinere Klassen, weniger Bürokratie und mehr Unterstützungspersonal. Wie die NEOS auf ihrer Website dokumentierten, hat die Regierung bereits erste Schritte beschlossen – darunter 70 neue Schulpsychologie-Planstellen im laufenden Schuljahr und weitere 70 im Jahr 2026/27 sowie erstmals bundesweite Schulsozialarbeit an AHS und BMHS.

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