Jeder Vierte unter 35 ohne Job: Wien sticht im europäischen Vergleich negativ heraus

Jeder Vierte unter 35 ohne Job: Wien sticht im europäischen Vergleich negativ heraus

Budapest 11,5 Prozent, Berlin 22,1 Prozent – und Wien? 25,4 Prozent. Eine neue Zahl aus der Eurostat-Datenbank wirft ein unangenehmes Licht auf Österreichs Hauptstadt.

Die Zahl, die aufhorchen lässt

Wie exxpress unter Berufung auf aktuelle Eurostat-Daten berichtete, waren 2025 in Wien 25,4 Prozent der 25- bis 34-Jährigen nicht erwerbstätig. Im direkten Städtevergleich liegt Wien damit deutlich schlechter als Budapest mit 11,5 Prozent und auch hinter Berlin mit 22,1 Prozent. Die Wirtschaftskammer Wien warnt laut exxpress bereits offen vor einer sogenannten „Inaktivitätsfalle“: Rund 95.000 Menschen in Wien könnten theoretisch Vollzeit arbeiten – tun es aber nicht.

Teilzeit als Normalzustand – und Vollzeit als Ausnahme

Wie exxpress unter Berufung auf eine Analyse der Wirtschaftskammer Wien berichtete, arbeitet mittlerweile fast jede dritte erwerbstätige Person in der Bundeshauptstadt Teilzeit. Besonders auffällig: Mehr als 20 Prozent der betroffenen Männer geben laut der Analyse an, schlicht keine Vollzeitstelle zu wollen. Als weiteres Alarmsignal wird die Kombination aus Sozialleistungen, Wohnbeihilfen und Teilzeiteinkommen genannt – die WKW kritisiert offen, dass sich Arbeit „oft kaum mehr auszahle.“

Wachstum und Arbeitslosigkeit zugleich

Das Paradox der Wiener Arbeitsmarktlage: Wie die Wiener Arbeiterkammer in ihrem Factsheet für das EU-Semester 2026 festhielt, stieg die Jugendarbeitslosigkeit unter 25-Jährigen 2025 um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und das trotz insgesamt wachsender Beschäftigung. Wie exxpress berichtete, liegt der Grund laut Experten vor allem in der starken Zuwanderung: Wien wächst rasant, doch viele Zugewanderte bringen nicht jene Qualifikationen mit, die der Wiener Arbeitsmarkt tatsächlich braucht – fehlende Sprachkenntnisse und mangelndes Know-how werden als zentrale Hürden genannt. 2025 sollen laut AMS-Daten, wie exxpress berichtete, mehr als 91.000 ausländische Staatsangehörige in Wien arbeitslos oder in Schulungen gewesen sein.

Sockelarbeitslosigkeit als Strukturproblem

Wie exxpress berichtete, kämpft Wien seit Jahren mit einer besonders hohen „Sockelarbeitslosigkeit“ – also Personen, die selbst in wirtschaftlich guten Zeiten keinen Job finden. Wien weist unter allen Bundesländern die höchste Quote dieser strukturellen Dauerarbeitslosigkeit auf. Wie die Wiener AK in ihrem Factsheet bestätigte, stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen allein 2025 um rund 9.000 Personen beziehungsweise 25,4 Prozent.

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