Mit Foto gesucht: Berliner Polizei fahndet nach Abdul B.

Mit Foto gesucht: Berliner Polizei fahndet nach Abdul B.

Ein Foto, eine Beschreibung, eine eindringliche Warnung: Nach der Todesfahrt am Rande des Christopher Street Day in Berlin hat die Polizei ihre Ermittlungen am Sonntagmorgen auf eine neue Stufe gehoben. Per Öffentlichkeitsfahndung wird nun mit Bild nach einem 21-Jährigen gesucht.

Eine gemeinsame Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft

In einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der Nummer 0905 baten die Polizei Berlin und die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Sonntag offiziell um Mithilfe bei der Suche nach einem flüchtigen Mann, wie aus der auf der offiziellen Seite Berlin.de veröffentlichten Mitteilung hervorgeht. Der 21-jährige Abdul B. – aus Datenschutzgründen wird nur der Nachname mit Anfangsbuchstaben genannt – soll gegen 22 Uhr im Bereich des Tiergartens mehrere Menschen mit einem fahrenden Fahrzeug verletzt haben. Neu an der Mitteilung: Die Behörden bestätigen darin erstmals offiziell, dass zusätzlich zu den Fahrzeugverletzungen auch mehrere Personen durch Stichwerkzeuge verletzt worden sein sollen, wie der Tagesspiegel aus der Mitteilung zitiert.

Wie er aussehen soll

Die Polizei beschreibt den Gesuchten als rund 1,90 Meter groß und von schlanker Statur, mit schwarzen Haaren. Zuletzt soll er einen schwarzen Hoodie und eine weiße Hose getragen haben, wie oe24.at berichtet. Die Behörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung: Wer sachdienliche Hinweise zum aktuellen Aufenthalt von Abdul B. geben kann, soll sich umgehend beim Hinweisportal der Polizei Berlin oder jeder anderen Dienststelle melden. Zugleich warnt die Polizei ausdrücklich davor, die gesuchte Person bei einem Antreffen selbst anzusprechen: Er sei möglicherweise bewaffnet und gefährlich, im Ernstfall solle sofort der Notruf 110 gewählt werden.

Fahrer oder nur Fahrzeughalter?

Trotz der laufenden Großfahndung bleibt ein zentraler Punkt offen: Ob Abdul B. den weißen Kleinbus zur Tatzeit tatsächlich selbst steuerte oder ob er lediglich als Halter beziehungsweise Mieter des Fahrzeugs infrage kommt, ist nach übereinstimmenden Berichten von Tagesspiegel und Polizei weiterhin nicht restlos geklärt. Auch ob eine einzelne Person oder mehrere Personen im Tatfahrzeug saßen, ermitteln die Behörden noch. Ein nächtlicher Zugriff von Spezialkräften der Polizei in einer Wohnung an der Bissingzeile, an der Grenze der Stadtteile Tiergarten und Schöneberg, verlief laut Polizeisprecher Florian Nath gegenüber der Deutschen Presse-Agentur ergebnislos: Der Gesuchte wurde dort nicht angetroffen, eine Festnahme gab es folglich nicht.

Was zur Vorgeschichte des Verdächtigen bekannt ist

Zur Person des Gesuchten hatte Polizeisprecher Nath bereits am Vorabend erste Angaben gemacht: „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet“, zitiert oe24.at den Sprecher. Abdul B. soll demnach erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen worden sein. Eine gerichtsfeste Bestätigung des Tatmotivs oder ein rechtskräftiger Nachweis seiner Beteiligung an der Tat liegt zum jetzigen Ermittlungsstand nicht vor – die Bezeichnung als „islamistischer Terror“ in Teilen der Berichterstattung nimmt damit eine Einordnung vorweg, die formal noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen von Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt ist.

Wie es weitergeht

Mit der Veröffentlichung des Fahndungsfotos erhöhen die Behörden den öffentlichen Druck auf die Suche nach dem Verdächtigen erheblich. Ob und wann es zu einer Festnahme kommt, ist offen. Bis dahin bleibt die Warnung der Polizei bestehen: Bürgerinnen und Bürger sollen den Gesuchten im Falle eines Antreffens keinesfalls selbst ansprechen.

Credits: Bundespolizei / Polizei Berlin

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x