Die Freilassung des Betreibers der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana, Schweiz, hat eine scharfe diplomatische Reaktion aus Italien ausgelöst. In der Bar ereignete sich an Silvester ein verheerendes Feuer, bei dem 40 Menschen starben und zahlreiche weitere verletzt wurden. Wie exxpress.at berichtet, äußerte die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ihre tiefe Empörung über die Entscheidung. Dies führte zur Abberufung des italienischen Botschafters aus der Schweiz zu Konsultationen.
Ein „Affront“ gegenüber Opfern und Familien
Ministerpräsidentin Meloni verurteilte die Freilassung scharf und bezeichnete sie als einen „Affront“ gegenüber dem Andenken der Opfer und ihren trauernden Familien. In einer Erklärung auf X (ehemals Twitter) drückte sie ihre Wut aus und bestätigte, dass die italienische Regierung eine vollständige Aufklärung von den Schweizer Behörden fordern wird. Unter den Verstorbenen befanden sich sechs italienische Staatsbürger, weitere 14 wurden bei der Tragödie verletzt.
Nach der öffentlichen Erklärung der Ministerpräsidentin wiesen sowohl Meloni als auch Außenminister Antonio Tajani den italienischen Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, an, die „tiefe Empörung“ der Regierung direkt an die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Béatrice Pilloud, zu übermitteln.
Botschafter abberufen und Forderungen nach Ermittlungen werden lauter
In einem entscheidenden diplomatischen Schritt hat die italienische Regierung Botschafter Cornado nach Rom zurückbeordert, um die nächsten Schritte festzulegen. In einer Regierungserklärung wurde betont, dass „ganz Italien dringend Wahrheit und Gerechtigkeit fordert“. Man verlange Maßnahmen, die das Leid und die Erwartungen der betroffenen Familien respektieren.
Die Kontroverse um die Ermittlungen hat zugenommen. Laut der römischen Zeitung „Il Messaggero“ bemühen sich italienische Staatsanwälte in Rom darum, ihre Kriminalpolizei direkt an den Schweizer Ermittlungen zu beteiligen. Diese Forderung ergibt sich aus der Kritik am bisherigen Vorgehen, insbesondere der Entscheidung, in der Schweiz keine Autopsien oder detaillierteren forensischen Untersuchungen an den Opfern durchzuführen. Infolgedessen veranlassten die italienischen Behörden eigene Autopsien nach der Überführung der Leichname.
Während die diplomatischen und rechtlichen Auseinandersetzungen andauern, gibt es auch einige positive Nachrichten bezüglich der Verletzten. Der Gesundheitsbeauftragte der Lombardei, Guido Bertolaso, gab bekannt, dass zwei der zwölf italienischen Jugendlichen, die in einem Mailänder Krankenhaus behandelt wurden, entlassen werden konnten. Vier weitere befinden sich jedoch weiterhin auf der Intensivstation.
Credits: APA
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