Die Stimmung in Israel kocht über! Während das Militär eine massive Offensive gegen die Hamas in Gaza-Stadt gestartet hat, gehen in Jerusalem Zehntausende auf die Straße. Ihr Ziel: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zum Einlenken bewegen. Doch die Lage ist explosiv – und die Geiseln in akuter Gefahr.
„Stoppt den Krieg!“ – Zehntausende protestieren in Jerusalem
Wie die „Times of Israel“ berichtet, versammelten sich vor der Residenz von Ministerpräsident Netanjahu Zehntausende Demonstranten. Es ist eine der größten Kundgebungen seit Beginn des Krieges. Die Botschaft der Protestierenden ist klar: „Verhandelt endlich über ein Abkommen!“ Die Angst um die Geiseln, die von der Hamas festgehalten werden, ist allgegenwärtig.
Das Forum der Geiselfamilien erhebt schwere Vorwürfe gegen die Regierung. „Drei Wochen sind vergangen, ohne dass Israel auf die Antwort der Hamas reagiert hat“, heißt es in einer Erklärung. Die Terrororganisation hatte sich nach militärischem Druck offen für eine Waffenruhe gezeigt und die Freilassung einiger Geiseln angeboten. Doch Netanjahu bleibt hart: Er fordert die Freilassung aller Geiseln auf einen Schlag – ein Deal, den die Hamas ablehnt.
Geiseln in Lebensgefahr – Familien in Angst
Besonders dramatisch: Die Familien der Entführten Guy Gilboa-Dalal und Alon Ohel, der auch deutscher Staatsbürger ist, befürchten das Schlimmste. Laut dem israelischen Sender Channel 12 wurden beide nach Gaza-Stadt gebracht, wo die Hamas am Freitag ein Video ihrer Gefangenschaft veröffentlichte. Die Angehörigen fürchten, dass die Terroristen ihre Liebsten während der Offensive töten könnten.
Die israelische Armee verstärkte unterdessen ihre Luftangriffe auf Gaza-Stadt. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, wurde ein Hochhaus zerstört, das von der Hamas als Aussichtspunkt genutzt worden sein soll. Zivilisten rannten in Deckung, als die Rakete einschlug.
Netanjahu unter Druck – Politisches Überleben auf Kosten der Geiseln?
Die Kritik an Netanjahu wächst. Das Forum der Geiselfamilien wirft ihm vor, den Krieg für sein politisches Überleben in die Länge zu ziehen. Seine rechtsextremen Koalitionspartner lehnen eine Waffenruhe strikt ab.
„Der persönliche Überlebensinstinkt des Ministerpräsidenten darf nicht über die Notwendigkeit gestellt werden, alle Geiseln zurückzuholen und unnötige Todesfälle zu verhindern“, heißt es in einer Erklärung der Angehörigen.
Hoffnung auf Diplomatie – Trump und Co. in Verhandlungen
Während die Lage vor Ort eskaliert, laufen die diplomatischen Bemühungen auf Hochtouren. Nach Angaben des israelischen Senders Kan arbeiten die USA, Katar und Ägypten an einem neuen Vorschlag. Ziel ist die Freilassung aller Geiseln und ein Ende des Krieges. Auch US-Präsident Donald Trump spricht von „sehr intensiven Verhandlungen“ mit der Hamas.
Doch die Zeit drängt. Die Angst um die Geiseln wächst mit jedem Tag, an dem keine Lösung in Sicht ist. Wird Netanjahu einlenken? Oder wird die Offensive in Gaza die Situation weiter verschärfen? Die kommenden Tage könnten entscheidend sein.
Credits: APA
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