Israel greift durch: Radikaler Vormarsch auf dem Litani-Fluss

Israel greift durch: Radikaler Vormarsch auf dem Litani-Fluss

Die Lage im Nahen Osten eskaliert dramatisch. Israel macht ernst und rückt mit Bodentruppen tief in den Südlibanon vor. Das klare militärische Ziel: Die komplette Kontrolle über das Gebiet bis zum strategisch wichtigen Litani-Fluss. Für Hunderttausende Zivilisten bedeutet das die Flucht ins Ungewisse.

Brücken in Trümmern

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz lässt keinen Zweifel an seinen Absichten. Wie oe24 berichtet, bestätigte Katz den massiven Vorstoß gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz. Fünf Brücken über den Litani-Fluss wurden bereits in die Luft gesprengt. Die israelische Armee will nun die restlichen Übergänge und die gesamte Sicherheitszone bis zum Fluss kontrollieren. Für die Vertriebenen aus dem Südlibanon gibt es vorerst kein Zurück. Eine Rückkehr sei erst denkbar, wenn die Sicherheit für die Bewohner im Norden Israels zu hundert Prozent garantiert ist.

Das „Gaza-Modell“ für den Libanon

Die Gangart des Militärs wird spürbar härter. Wie das Fachportal Europäische Sicherheit & Technik (ESUT) schreibt, wies Verteidigungsminister Katz die Streitkräfte an, das „Modell Gaza“ auf die libanesischen Grenzdörfer zu übertragen. Das bedeutet konkret: Gebäude und Infrastruktur, die von der Hisbollah militärisch genutzt werden könnten, sollen flächendeckend abgerissen werden. Es geht um die systematische Zerstörung der Logistik der Miliz.

Forderung nach neuen Grenzen

Einigen Hardlinern in der israelischen Regierung geht das militärische Vorgehen allein noch nicht weit genug. Wie Al Jazeera berichtet, fordert der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich ganz offen die Annexion des Südlibanons. In einem Radiointerview machte er deutlich, dass der Litani-Fluss die „neue israelische Grenze“ werden müsse. Diese extremen Forderungen schüren international die Angst vor einer dauerhaften Besetzung. Die Folgen für die Zivilbevölkerung sind verheerend: Laut den Vereinten Nationen sind bereits über 1,2 Millionen Menschen vor den Kämpfen geflohen.

Hisbollah schlägt zurück

Trotz der israelischen Übermacht gibt sich die pro-iranische Miliz nicht geschlagen. Wie das Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center meldet, verzeichnete die Hisbollah in nur einer einzigen Woche mehr als 180 Angriffe auf israelische Militär- und Zivilziele. Unter dem martialischen Codenamen „Das gefressene Stroh“ leisten die Kämpfer erbitterten Widerstand. Generalsekretär Na’im Qassem betonte, man sei auf einen langen Konflikt vorbereitet und werde so lange kämpfen, bis die eigenen Ziele erreicht sind.

Quellen: oe24, Europäische Sicherheit & Technik (ESUT), Al Jazeera, The Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center
Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x