Israel brodelt: Massenproteste gegen geplante Eroberung von Gaza

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Israel brodelt: Massenproteste gegen geplante Eroberung von Gaza

Die geplante Eroberung von Gaza durch das israelische Militär sorgt nicht nur international für Aufsehen, sondern spaltet auch das eigene Land. Zehntausende Menschen gingen am Samstag in Tel Aviv und anderen Städten auf die Straße, um gegen die Eskalation des Krieges zu protestieren. Nach Angaben der „Times of Israel“ forderten sie einen sofortigen Deal zur Freilassung der Geiseln, die sich in der Hand der Hamas befinden.

Diplomaten taumeln zwischen Krieg und Frieden

Während der UNO-Sicherheitsrat am Sonntag in einer Dringlichkeitssitzung über Israels Kriegspläne beriet, arbeiteten die Vermittler aus Katar und den USA an einem neuen Vorschlag für ein Waffenstillstandsabkommen. Laut der US-Nachrichtenseite „Axios“ soll der Plan den Konfliktparteien innerhalb der nächsten zwei Wochen präsentiert werden. US-Sondergesandter Steve Witkoff traf sich dafür auf Ibiza mit dem katarischen Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman Al Thani. Auch das israelische Portal „ynet“ berichtete über intensive Kontakte zwischen den Vermittlern und der Hamas, um eine vollständige Einnahme des Gazastreifens zu verhindern.

Netanyahus Sicherheitskabinett setzt auf militärischen Druck

Am Freitag beschloss das israelische Sicherheitskabinett unter Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, dass die Armee die Stadt Gaza im Norden des Gazastreifens einnehmen soll. Einen genauen Zeitpunkt für den Beginn der Offensive nannte die Regierung nicht, wie „Axios“ meldet. So bleibe Spielraum für diplomatische Lösungen. Doch die bisherigen Versuche für eine Waffenruhe oder Geiselfreisetzung blieben ohne Erfolg.

Die Entscheidung stieß weltweit auf Kritik: UNO-Generalsekretär António Guterres warnte vor einer „gefährlichen Eskalation“. Deutschland, Großbritannien, Italien, Neuseeland und Australien äußerten Besorgnis, dass die Offensive die humanitäre Lage verschlimmern und das Leben der Geiseln aufs Spiel setzen könnte.

Proteste vor Militär-Hauptquartier: Appell an Soldaten und Opposition

Bei den Protesten in Israel forderte das Forum der Geisel-Angehörigen ein Ende der Kampfhandlungen. Die Angehörigen fürchten, dass eine Einnahme Gazas das Todesurteil für ihre Liebsten bedeuten könnte. Vor dem Militär-Hauptquartier in Tel Aviv riefen Redner laut „Times of Israel“ Soldaten auf, sich nicht an der Ausweitung des Krieges zu beteiligen. Auch Opposition, Wirtschaftsvertreter, Gewerkschaften und Wissenschaftler wurden dazu aufgefordert, das Land lahmzulegen.

Gaza: Das größte Bevölkerungszentrum im Konflikt

Die Stadt Gaza, in der Hunderttausende Palästinenser leben, ist das Zentrum der geplanten Offensive. Dort sollen sich auch mehrere der israelischen Geiseln befinden. Militäranalysten erklärten dem „Wall Street Journal“, dass der Einsatz sich über Wochen oder Monate hinziehen könnte – ein zermürbendes Szenario für alle Beteiligten.

Knapper Verhandlungsspielraum trotz massiver Gegensätze

Israel setzt offenbar auf die Hoffnung, dass militärischer Druck die Hamas zu Verhandlungen zwingt. Doch wie „Axios“ zitiert, ist die Kluft zwischen beiden Seiten groß, und ein umfassendes Abkommen scheint derzeit unrealistisch. Das israelische Sicherheitskabinett hat fünf Prinzipien beschlossen, darunter die militärische Kontrolle des Küstengebiets, die Entwaffnung der Hamas und den Aufbau einer alternativen Zivilregierung in Gaza.

Hintergrund: Der Auslöser des blutigen Konflikts

Der aktuelle Gaza-Krieg begann mit dem verheerenden Überfall der Hamas und weiterer palästinensischer Gruppen auf Israel am 7. Oktober 2023. Dabei starben etwa 1.200 Menschen, über 250 wurden als Geiseln verschleppt. Laut der Gesundheitsbehörde in Gaza, die von der Hamas kontrolliert wird, sind seitdem über 61.000 Menschen ums Leben gekommen – eine Zahl, die zwischen Zivilisten und Kämpfern nicht unterscheidet.

Credits: APA

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