Raketen auf Golfstaaten, US-Luftangriffe nahe Teheran, Luftraumsperren über Kuwait — und mittendrin ein US-Präsident, der mit Totalzerstörung droht. Der Nahe Osten steht vor der nächsten Eskalationsstufe.
Die Nacht, die alles verändert
In der Nacht auf Donnerstag griffen US-Streitkräfte zum zweiten Mal in Folge militärische Ziele im Iran an — darunter Radarstationen und Luftabwehrstellungen nahe Teheran und am Persischen Golf, wie orf.at unter Berufung auf das US-Zentralkommando CENTCOM berichtet. Auch aus den iranischen Hafenstädten Minab und Sirik sowie aus Karadsch, wenige Kilometer von Teheran entfernt, meldeten iranische Staatsmedien Explosionen.
Teheran reagierte mit der Ankündigung einer Totalsperre der Straße von Hormus: Jedes Schiff, das die für den weltweiten Öl- und Gashandel zentrale Meerenge zu passieren versuche, werde angegriffen, hieß es im iranischen Rundfunk laut orf.at. Als Begründung nannte Teheran eine „veränderte Sicherheitslage.“
CENTCOM widersprach auf X unmittelbar: „Falsch.“ Handelsschiffe würden die Passage weiterhin durchfahren. Auch einen von der iranischen Revolutionsgarde gemeldeten Angriff auf ein US-Kriegsschiff dementierte das Regionalkommando.
Raketen auf Bahrain, Kuwait, Jordanien
Iran beschränkte seine Reaktion nicht auf die Seeblockade. Die Revolutionsgarde meldete laut orf.at Angriffe auf insgesamt 18 Ziele in den Golfstaaten sowie einen Raketenangriff auf den US-Stützpunkt al-Asrak in Jordanien. Kuwait sperrte seinen Luftraum für Zivilflugzeuge, die Luftabwehr sei aktiviert. In Bahrain — wo die 5. Flotte der US-Marine stationiert ist — gab es Luftalarm.
Trump: „We’ll bomb the shit out of them“
US-Präsident Donald Trump reagierte mit ungewöhnlich direkten Drohungen. Gegenüber Fox News sagte er laut orf.at: „We’ll bomb the shit out of them“, sollte der Iran nicht bald ein Abkommen unterzeichnen. Die seit April vereinbarte Feuerpause bezeichnete er als „die am häufigsten gebrochene“ der Weltgeschichte.
Gleichzeitig enthüllte Trump eine bisher geheime Operation: Das US-Militär habe in den letzten Wochen mehr als 200 Handelsschiffe in „geheimer Mission“ durch die Meerenge geleitet — dabei seien laut Trump mehr als 100 Millionen Barrel Öl auf den Weltmarkt gelangt. Eine unabhängige Bestätigung gibt es laut orf.at nicht. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) werden pro Tag durchschnittlich 20 Millionen Barrel durch die Meerenge transportiert.
Was auf dem Spiel steht
Die Straße von Hormus ist die engste und bedeutendste Seeroute für den weltweiten Energiehandel. Rund ein Fünftel des global gehandelten Öls und ein erheblicher Teil des Flüssiggas-Exports passieren sie täglich. Eine reale, nicht nur deklarierte Blockade würde die globalen Energiemärkte unmittelbar treffen — mit Folgen weit über den Nahen Osten hinaus.
Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran besteht laut orf.at aktuell nur noch auf dem Papier. Trump hat laut CNN-Zählung bisher 38-mal einen baldigen „Deal“ mit dem Iran angekündigt. Wie nah oder fern dieser ist, zeigt die aktuelle Lage deutlich.
Credits: Wikipedia
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