Der Nahe Osten steht in Flammen. Nachdem USA und Israel in der Nacht auf Samstag mit massiven Luftangriffen den Iran getroffen haben, zögerte Teheran nicht lange mit der Antwort. Raketen flogen – und das in mehrere Richtungen gleichzeitig.
Gegenangriff auf breiter Front: Vier US-Stützpunkte im Visier
Der Iran hat seinen Vergeltungsschlag unter dem Namen „Operation True Promise 4“ gestartet – und traf dabei nicht nur Israel, sondern gleich mehrere US-Militäreinrichtungen in der gesamten Region. Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, waren unter den Zielen der Militärstützpunkt Al-Udeid in Katar, der Stützpunkt Al-Salem in Kuwait, der Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die US-Flotte in Bahrain. T-online
Besonders schwer getroffen: die US-Marine in Bahrain. Wie Stars and Stripes aus Manama berichtet, waren Rauchsäulen über dem US-Stützpunkt zu sehen, nachdem iranische Streitkräfte angaben, das Hauptquartier der US Naval Forces Central Command ins Visier genommen zu haben. Stars and Stripes
Die iranischen Revolutionsgarden bezeichneten das Vorgehen laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA als „Antwort auf die Aggression des feindlichen und verbrecherischen Gegners“. exxpress
Sirenen über Israel – Jerusalem im Ausnahmezustand
Gleichzeitig traf eine Raketenwelle Israel. Die Luftabwehr wurde aktiviert, um die Geschosse abzufangen. In Jerusalem und im Norden Israels heulten die Sirenen, die Behörden sprachen von einem „äußerst ernsten“ Alarm. exxpress
Die Folgen für den Alltag waren unmittelbar spürbar: Die Stadtverwaltung von Jerusalem schloss Schulen und Arbeitsstätten bis Montagabend. Nur als systemrelevant eingestufte Beschäftigte sollten noch zur Arbeit kommen. Alle Veranstaltungen wurden untersagt. In Tel Aviv wurden Patienten eines Krankenhauses in eine Tiefgarage verlegt. exxpress
Region in Alarmbereitschaft – Toter in Abu Dhabi
Der Konflikt hat die gesamte Golfregion erfasst. Wie t-online unter Berufung auf Medienberichte meldet, gab es Explosionen in Abu Dhabi, Bahrain und Kuwait. Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate schlossen ihren Luftraum. T-online Katars Verteidigungsministerium bestätigte, eine iranische Rakete mit dem Patriot-Abwehrsystem abgefangen zu haben.
Die VAE erklärten laut ihrer staatlichen Nachrichtenagentur, der iranische Angriff verletze ihre Souveränität – man behalte sich das Recht auf Vergeltung vor. In Abu Dhabi sei zudem eine Person durch herabfallende Raketentrümmer getötet worden. T-online
Teheran abgeschnitten – Präsident am Leben
Im Iran selbst ist die Informationslage dünn. Wie Exxpress berichtet, dringen aus dem Land kaum Nachrichten nach außen, Kontakte waren nicht zu erreichen und das Internet wurde massiv eingeschränkt. Es gab parallel zu den Militärangriffen landesweite Cyberangriffe auf iranische Infrastruktur. exxpress
Beruhigend immerhin: Iranische Staatsmedien meldeten, Präsident Masoud Pezeshkian sei am Leben und wohlauf. exxpress Explosionsgeräusche wurden neben Teheran auch aus Qom, Lorestan, Kermanshah, Karaj und Tabriz gemeldet.
Die Eskalationsspirale dreht sich weiter. Der Sprecher des iranischen Generalstabs drohte öffentlich, Israel und Amerika eine historische Lektion zu erteilen. Ob die Region an der Schwelle zu einem noch größeren Flächenbrand steht, wird sich in den nächsten Stunden zeigen.
Quellen: Exxpress, Stars and Stripes, t-online, ZDFheute, Nachrichtenagentur IRNA, Nachrichtenagentur Fars, Reuters
Credits: APA
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