Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt hochexplosiv. Während Washington auf Diplomatie setzt und die Waffenruhe einseitig verlängert hat, eskaliert Teheran in der Straße von Hormuz. Ein Überblick über einen brenzligen Mittwoch.
Keine Frist: Weißes Haus korrigiert Medienberichte
Wie der ORF berichtet, hat das Weiße Haus klargestellt, dass US-Präsident Donald Trump dem Iran keine feste Deadline für einen Friedensvorschlag gesetzt hat. Sprecherin Karoline Leavitt sagte am Mittwoch vor Journalisten, Trump habe keine feste Frist für die Vorlage eines iranischen Vorschlags gesetzt – der Zeitplan werde letztlich vom Oberbefehlshaber selbst festgelegt. Damit widersprach sie Berichten der Plattform Axios und des Senders Fox News, die zuvor unter Berufung auf Insider gemeldet hatten, Trump wolle dem Iran nur drei bis fünf Tage für einen geeinten Verhandlungsvorschlag geben.
Trump hatte wie die Salzburger Nachrichten berichten die zweiwöchige Waffenruhe am Dienstagabend kurz vor deren Ablauf einseitig verlängert – auf unbestimmte Zeit, bis der Iran einen Vorschlag vorlege und die Gespräche abgeschlossen seien.
Eskalation in der Straße von Hormuz
Während Washington auf Zeit spielt, handelt Teheran: Wie NBC News und CNBC berichten, griffen iranische Revolutionsgarden am Mittwoch drei Containerschiffe in der Straße von Hormuz an. Zwei davon – die MSC Francesca und die Epaminondas – wurden beschlagnahmt, ein drittes schwer beschädigt. Die Besatzungen seien in Sicherheit, hieß es. Laut CNBC passieren rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels die strategisch bedeutsame Meeresenge.
Teheran begründete die Aktion mit der fortgesetzten US-Seeblockade: Wie der Tagesspiegel berichtet, schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf auf X, die Öffnung der Hormuz-Straße sei nicht möglich, solange die USA schwere Verstöße gegen die Waffenruhe begingen.
Washington wertet Beschlagnahmungen nicht als Bruch
Das Weiße Haus ließ sich davon unbeeindruckt zeigen. Wie NBC News berichtet, erklärte Sprecherin Leavitt, Trump werte die Schiffsbeschlagnahmungen nicht als Verstoß gegen die Feuerpause – da es sich weder um US-amerikanische noch um israelische Schiffe gehandelt habe. Was im Hormuz passiere, sei schlicht Piraterie. Zugleich betonte Leavitt, Trump bestehe darauf, dass der Iran sein angereichertes Uran herausgebe.
Friedensgespräche in der Schwebe
Wie der ORF berichtet, signalisierte der iranische Präsident Massud Peseschkian grundsätzliche Gesprächsbereitschaft – machte aber klar, dass Blockade und Drohungen die Haupthindernisse für echte Verhandlungen seien. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim hingegen meldete, Teheran habe derzeit keine Pläne, an Friedensgesprächen mit den USA teilzunehmen.
US-Vizepräsident JD Vance, der eigentlich zu Verhandlungen nach Pakistan reisen sollte, blieb laut Weißem Haus in Washington. Wie NPR berichtet, treffen sich unterdessen Militärplaner aus mehr als 30 Ländern in Großbritannien, um eine multinationale Mission zum Schutz des Hormuz-Seewegs zu koordinieren.
Credits: APA
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