Wien/Brüssel, 17. März 2026. Seit dem 28. Februar bombardieren USA und Israel den Iran. Drei Wochen nach Kriegsbeginn dreht sich die entscheidende Frage nicht mehr nur um Teheran – sondern zunehmend darum, was Europa in diesem Konflikt tun soll.
Wie der Krieg begann
Wie aus dem Wikipedia-Eintrag zum Israelisch-US-amerikanischen Krieg gegen den Iran und dem ZDF-Liveblog hervorgeht, begannen USA und Israel am 28. Februar 2026 mit koordinierten Luftangriffen auf iranische Ziele. Dabei wurde das iranische Staatsoberhaupt Ali Chamenei getötet; sein Sohn Modschtaba Chamenei wurde am 8. März zum neuen Obersten Führer ernannt. Der Iran hat seitdem nach eigenen Angaben mehr als 500 ballistische Raketen und über 2.000 Drohnen auf Israel und US-Einrichtungen in der Region abgefeuert. Wie der ORF auf Basis von Analysen berichtet, sind die Folgen des Krieges für Europa unmittelbar spürbar: höhere Energiepreise und gestörte Lieferketten treffen die sich gerade erholende europäische Wirtschaft. ORF
Trumps Forderung an die NATO
Die Lage eskalierte diplomatisch am Wochenende. Wie t-online.de auf Basis eines Interviews der Financial Times berichtet, drohte US-Präsident Trump NATO-Partnern: Wer bei der Sicherung der Straße von Hormus nicht helfe, stelle die NATO-Partnerschaft infrage – eine ausbleibende Reaktion wäre „sehr schlecht für die Zukunft des Bündnisses“. Berliner Zeitung Die Straße von Hormus ist blockiert, seit der Iran nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge beansprucht.
Merz sagt Nein – und stellt Fragen
Die deutsche Antwort kam klar. Wie die Berliner Zeitung und t-online.de berichten, ließ ein Sprecher von Bundeskanzler Friedrich Merz unmissverständlich ausrichten: „Dieser Krieg hat nichts mit der NATO zu tun. Das ist nicht der Krieg der NATO.“ Handelsblatt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) schloss eine militärische Beteiligung ebenfalls aus. Merz stellte zudem öffentlich eine grundsätzliche Frage, wie das Handelsblatt berichtet: „Wann geht dieser Krieg zu Ende und mit welcher Strategie wird dieser Krieg zu Ende geführt?“ Außenminister Johann Wadephul erklärte am Montag vor dem EU-Außenministertreffen in Brüssel, er sehe nicht, dass die NATO an der Straße von Hormus „zuständig werden könnte“.
Macron macht es anders
Frankreich geht einen anderen Weg. Wie 20min.ch und die Berliner Zeitung berichten, lancierte Präsident Emmanuel Macron im Rahmen der G7 eine Initiative für eine internationale Flotte zum Schutz der Handelsschifffahrt durch die Straße von Hormus. Am 13. März wurde ein französischer Soldat durch einen Drohnenangriff im irakischen Erbil getötet – der erste französische Gefallene in diesem Krieg. Macron rief danach direkt Irans Präsidenten Peseschkian an und forderte ein sofortiges Ende aller Angriffe. Berliner Zeitung Ob Frankreich tatsächlich Schiffe entsendet, blieb zunächst offen.
Spanien und die Mehrheit Europas bleiben fern
Wie 20min.ch in einer Übersicht zur europäischen Haltung festhält, sagte Spanien klar Nein zum Krieg – was Trump mit dem Urteil quittierte, Spanien sei „ein Verlierer“. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte nach dem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel, es fehle derzeit die Bereitschaft, das Mandat der EU-Marinemission „Aspides“ auf die Straße von Hormus auszuweiten.
Was auf dem Spiel steht
Die Frage nach Europas Rolle ist keine abstrakte. Wie Euronews unter Berufung auf Sicherheitsexperten berichtet, erhöht sich das Risiko für die europäische Öffentlichkeit, je stärker Europa in den Konflikt hineingezogen wird Euronews – sei es durch Energiepreise, Lieferkettenschäden oder die Gefahr von Anschlägen auf europäischem Boden. Gleichzeitig warnt die Berliner Zeitung, Europa verschenke gerade seine Verhandlungsmacht: „Wenn Europas zwei größte Mächte an einem Strang zögen, hätten sie echten Einfluss: auf den Verlauf des Krieges, auf die Bedingungen eines Waffenstillstands, auf Trumps Kalkül.“ Berliner Zeitung
Quellen:
- ZDF, Iran-Krieg-Liveblog, 16./17. März 2026: zdfheute.de
- ORF, „Von Dubai über Brüssel bis Peking: Was der Krieg gegen den Iran bedeutet“, 3. März 2026: orf.at
- Berliner Zeitung, „Der Krieg, den er allein begann: Warum Trump Merz und Macron jetzt braucht“, 17. März 2026: berliner-zeitung.de
- t-online.de, „Straße von Hormus im Iran-Krieg: Trump stößt auf Ablehnung in Berlin“, 16. März 2026: t-online.de
- Handelsblatt, „Straße von Hormus: Zieht Trump die Nato jetzt in den Iran-Krieg?“, 17. März 2026: handelsblatt.com
- 20min.ch, „Europa im Iran-Konflikt: So positionieren sich die Länder“, 11. März 2026: 20min.ch
- Euronews, „Kann der Iran-Krieg nach Europa überschwappen?“, 12. März 2026: de.euronews.com
- Euronews, „Tor zur Hölle wird sich öffnen: Iran warnt auch europäische Länder“, 3. März 2026: de.euronews.com
- Weltwoche Deutschland, Wolfgang Koydl, 17. März 2026: weltwoche.de
Credits: APA
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