Iran-Krieg trifft Bauern: Regierung zieht Agrardiesel-Vergütung um ein Jahr vor

Iran-Krieg trifft Bauern: Regierung zieht Agrardiesel-Vergütung um ein Jahr vor

Die österreichische Bundesregierung reagiert auf den massiven Preisanstieg bei Agrardiesel infolge des Iran-Kriegs: Die im Doppelbudget beschlossene Agrardiesel-Vergütung wird um ein Jahr vorgezogen. Statt erst ab Dezember 2027 sollen die Bauern das Geld bereits ab Ende 2026 erhalten.

Dieselpreis um 60 Cent gestiegen – Bauern unter Druck

Die Ausgangslage ist dramatisch. Wie ORF.at unter Berufung auf Agrarminister Norbert Totschnig (ÖVP) berichtet, ist der Dieselpreis an österreichischen Tankstellen seit Beginn des Iran-Kriegs um rund 60 Cent auf 2,18 Euro je Liter gestiegen. Österreichs Agrardiesel zählt laut nachrichten.at damit zu den teuersten in der EU – nur in einem einzigen EU-Land ist er noch teurer. Gleichzeitig sind auch die Düngemittelpreise massiv angestiegen, da der Iran die Straße von Hormuz blockiert und damit die globale Versorgung mit Stickstoffdüngern und Vorprodukten beeinträchtigt. Wie exxtra24.at berichtet, stammen bis zu 40 Prozent der weltweiten Ammoniak- und Schwefellieferungen aus der Golfregion.

100 Millionen Euro – und jetzt früher

Im Doppelbudget 2027/28 hatte die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS laut bayerischem Landwirtschaftlichem Wochenblatt bereits je 50 Millionen Euro – insgesamt 100 Millionen Euro – als Agrardiesel-Ausgleich beschlossen. Auszahlungstermine waren ursprünglich Dezember 2027 und Dezember 2028. Wie das Landwirtschaftsministerium am Sonntag in einer Aussendung mitteilt, werden die Auszahlungen nun jeweils um ein Jahr vorgezogen – also auf Dezember 2026 und Dezember 2027. Der Zuschuss werde voraussichtlich rund 16 Cent je Liter betragen, weitere Details zu Modell und Auszahlungsmodalitäten würden noch verhandelt.

Totschnig und Stocker: „Liquidität der Betriebe stärken“

Wie oe24.at aus der Ministeriumsaussendung zitiert, erklären Agrarminister Totschnig und Bundeskanzler Christian Stocker (beide ÖVP): „Mit dem Vorziehen der Auszahlung um ein Jahr wirken wir den aktuell hohen Preisen entgegen und stärken die Liquidität unserer Betriebe.“ Wie nachrichten.at berichtet, hatte Totschnig bereits Ende März ein „Pauschalmodell“ gefordert, das Effizienz und Sparsamkeit belohnen solle – der Zuschuss wird also nicht am tatsächlichen Tankverhalten, sondern pauschal nach Betriebsgröße und -art berechnet.

Im EU-Vergleich weiterhin hinten

Auch mit den 16 Cent bleibt Österreich unter dem EU-Durchschnitt. Wie nachrichten.at unter Berufung auf das Landwirtschaftsministerium berichtet, liegt der EU-Schnitt bei 31 Cent je Liter. Deutschland erstattet seinen Landwirten laut bayerischem Landwirtschaftlichem Wochenblatt 21,48 Cent, Spanien 20 Cent. Die temporäre Spritpreisbremse, die der Nationalrat Ende März beschlossen hatte und die den Preis um maximal zehn Cent senkt, gilt laut ORF.at nur befristet bis Jahresende – die Agrardiesel-Vergütung soll langfristiger wirken.

Credits: APA

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