Am 11. August 2025 ereignete sich am Bahnhof Friedland ein schockierendes Verbrechen: Eine 16-jährige Ukrainerin, Liana K., wurde von einem 31-jährigen Iraker mutmaßlich vor einen durchfahrenden Güterzug gestoßen. Die Tragödie wirft nicht nur Fragen nach dem „Warum“ auf, sondern auch nach einem möglichen Behördenversagen.
Ein Leben voller Flucht und Angst
Liana K., die mit ihrer Familie aus dem ukrainischen Mariupol geflohen war, rief kurz vor ihrem Tod verzweifelt ihren Großvater an. Doch als dieser am Bahnhof eintraf, war es bereits zu spät. Der mutmaßliche Täter, Muhammed A., führte die Polizei später selbst zum Leichnam des Mädchens. Ein Alkoholtest ergab 1,35 Promille, und DNA-Spuren an Lianas Schulter deuten auf einen kräftigen Griff hin. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen?
Behördenchaos: Warum war der Täter noch in Deutschland?
Muhammed A. hätte längst abgeschoben werden sollen. Bereits 2022 wurde sein Asylantrag abgelehnt, und eine Rückführung nach Litauen – dem ersten EU-Land, das er betreten hatte – war angeordnet. Doch die Umsetzung scheiterte an bürokratischen Hürden. Laut Euronews stellte die zuständige Ausländerbehörde einen fehlerhaften Antrag auf Abschiebehaft. Das Amtsgericht Hannover wies diesen ab, da die Begründung für Fluchtgefahr unzureichend war. Eine Beschwerde gegen die Entscheidung wurde nicht eingelegt.
Die CDU im niedersächsischen Landtag fordert nun Aufklärung. „Ich erwarte, dass die Innenministerin von sich aus unterrichtet und wir das nicht erst beantragen müssen“, sagte Carina Hermann, parlamentarische Geschäftsführerin der CDU, gegenüber dem NDR.
Ein Täter mit Vorgeschichte
Muhammed A. war kein unbeschriebenes Blatt. Bereits 2024 wurde er wegen einer exhibitionistischen Handlung verurteilt. Zudem gab er in seinem Asylverfahren an, mehrfach vergewaltigt worden zu sein und unter psychischen Problemen zu leiden. Doch ärztliche Nachweise für seine angeblichen Erkrankungen fehlten. Laut Focus wurde er nach der Tat in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.
Versagen auf ganzer Linie?
Die Frage, ob die Behörden versagt haben, steht im Raum. Laut Euronews hätte die Ausländerbehörde den Antrag auf Abschiebehaft nachbessern können, tat dies jedoch nicht ausreichend. Auch die lange Verfahrensdauer beim Verwaltungsgericht Göttingen – zwei Jahre für eine Entscheidung – wirft Fragen auf. Währenddessen konnte Muhammed A. untertauchen und blieb bis zu seiner Festnahme unbehelligt.
Ein Land in Aufruhr
Die Tragödie hat nicht nur die Gemeinde Friedland, sondern ganz Deutschland erschüttert. Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) wurde nach einem Interview, in dem er zu Besonnenheit aufrief, massiv bedroht. „Was wir nicht brauchen, sind Hass und Hetze“, sagte er dem NDR. Doch die Wut in der Bevölkerung wächst – nicht nur auf den Täter, sondern auch auf die Behörden, die ihn nicht rechtzeitig gestoppt haben.
Credits: APA
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