Inflationsstreit: Staatssekretärin fordert Statistik-Chefin heraus

Inflationsstreit: Staatssekretärin fordert Statistik-Chefin heraus

Die Diskussion um die Berechnung der Inflation in Österreich hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) und Statistik-Austria-Chefin Manuela Lenk stehen sich in einem hitzigen Schlagabtausch gegenüber. Der Grund: Zehetner fordert eine Überprüfung der Berechnungsmethoden, insbesondere im Bereich des Tourismus. Doch Lenk bleibt standhaft.

Zehetner: „Berechtigte Fragen zur Methodik“

„Nach Gesprächen mit Branchenvertretern und Experten stellen sich berechtigte Fragen zur Inflationsmessung“, erklärte Zehetner. Besonders stößt sie sich daran, dass urbane Regionen und touristische Hotspots wie Schladming und Saalbach-Hinterglemm als Referenz herangezogen werden, während ländliche Gebiete kaum berücksichtigt werden. Für Zehetner ist klar: „Die Realität im Tourismus muss differenzierter abgebildet werden.“

Lenk: „Internationale Standards lassen keinen Spielraum“

Manuela Lenk, Generaldirektorin der Statistik Austria, erteilt diesen Forderungen jedoch eine klare Absage. „Wir können nicht einfach Hotels herausrechnen, in denen nur ausländische Gäste nächtigen. Das widerspricht internationalen Regeln und Qualitätsstandards“, betonte sie in einem Interview mit der „ZiB 2“. Die Preise in Tourismusregionen würden unabhängig von der Herkunft der Gäste erhoben.

Tourismus als Inflations-Treiber?

Zehetner kritisiert zudem, dass der Tourismus pauschal als Haupttreiber der Inflation dargestellt werde. „Viele Betriebe kämpfen mit sinkenden Margen und können die Kosten nicht vollständig an die Gäste weitergeben“, so die Staatssekretärin. Sie fordert eine genauere Analyse des Verbraucherpreisindex (VPI), da dieser weitreichende Auswirkungen auf Indexierungen und wirtschaftliche Entscheidungen habe.

Einigung in Sicht?

Obwohl die Fronten verhärtet scheinen, kündigte Zehetner an, die Diskussion mit der Statistik Austria fortzusetzen. „Wir müssen sicherstellen, dass die Berechnungslogik die Realität sachgerecht abbildet“, erklärte sie. Lenk bleibt jedoch skeptisch und verweist auf die Komplexität der internationalen Vorgaben.

Quellen: oe24.at, ORF, Kleine Zeitung, Der Standard, Die Presse
Credits: APA

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