In letzter Minute: Trump und Iran einigen sich auf Waffenruhe – Hormuz öffnet wieder

In letzter Minute: Trump und Iran einigen sich auf Waffenruhe – Hormuz öffnet wieder

Kurz vor Ablauf seines eigenen Ultimatums lenkte Donald Trump ein. Die USA und der Iran haben eine zweiwöchige Feuerpause vereinbart. Der Schlüssel zum Deal: Pakistan als Vermittler und die Hormuz-Straße als Verhandlungsmasse.

Der Durchbruch in letzter Minute

Rund 90 Minuten vor Ablauf seiner selbst gesetzten Frist – die am Mittwoch um 2 Uhr MESZ auslief – verkündete US-Präsident Donald Trump auf Truth Social den Kurswechsel. Wie oe24 berichtet, ist Trump bereit, „die Bombardierung und den Angriff auf den Iran für zwei Wochen auszusetzen“ – unter der ausdrücklichen Bedingung, dass der Iran die Straße von Hormuz vollständig, sofort und sicher öffnet. Die Einigung sei „eine beidseitige Waffenruhe“, so Trump.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bestätigte den Deal wenig später. Wie t-online.de berichtet, erklärte er, man habe dem pakistanischen Vorschlag zugestimmt, die Angriffe einzustellen und die Hormuz-Durchfahrt für zwei Wochen zu gewährleisten – „in Abstimmung mit den iranischen Streitkräften und unter Berücksichtigung technischer Einschränkungen.“ Pakistan bestätigte als Vermittler das sofortige Inkrafttreten der Waffenruhe.

Pakistan als entscheidender Vermittler

Die Schlüsselrolle spielte Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif. Wie watson.ch berichtet, bat er Trump auf X eindringlich, die Frist um zwei Wochen zu verlängern und von den angedrohten Angriffen auf Irans Infrastruktur abzusehen. Er lud beide Delegationen für Freitag, den 10. April, zu direkten Gesprächen nach Islamabad ein, wo über ein dauerhaftes Abkommen verhandelt werden soll. Sharif bezeichnete das Ergebnis als Beweis „bemerkenswürdiger Weisheit und Verständnisses“ beider Parteien. Laut axios.com sollen die ersten offiziellen Verhandlungen zwischen Washington und Teheran an diesem Freitag in der pakistanischen Hauptstadt stattfinden.

Der Zehn-Punkte-Plan des Iran

Parallel zu den Verhandlungen hatte der Iran einen Zehn-Punkte-Plan übermittelt. Trump bezeichnete diesen zunächst als unzureichend, erklärte ihn laut tagesspiegel.de nach der Einigung aber zur „praktikablen Verhandlungsgrundlage“. Laut watson.ch beinhaltet der Plan unter anderem die Forderung nach vollständiger Aufhebung aller Sanktionen, Kriegsreparationen, einem Ende der Angriffe auf alle Verbündeten des Iran sowie der Beibehaltung der iranischen Kontrolle über die Hormuz-Straße.

Der Iran seinerseits stellte die Einigung als eigenen Triumph dar: Der Oberste Nationale Sicherheitsrat erklärte laut nbcnews.com, man habe „nahezu alle Kriegsziele erreicht.“

Märkte jubeln – aber der Krieg ist noch nicht vorbei

Die Nachricht schlug unmittelbar an den Börsen an: Laut tagesanzeiger.ch legte der japanische Nikkei nach Bekanntgabe der Waffenruhe um 4,4 Prozent zu, der südkoreanische Kospi stieg um rund 6 Prozent – der Handel musste vorübergehend ausgesetzt werden. Der Ölpreis fiel um rund 16 Prozent auf etwa 92 Dollar je Barrel.

Die Freude über die Feuerpause ist jedoch noch verhalten. Wie t-online.de berichtet, wurden Israel und Golfstaaten – darunter Kuwait, die VAE und Katar – in den Stunden nach der Ankündigung erneut mit Raketen und Drohnen angegriffen. Israels Armee bestätigte laut tagesanzeiger.ch weiterhin aktive Luftabwehreinsätze. Beobachter vermuten, dass Teile der Revolutionsgarden, die teils autonom agieren, die Waffenruhevereinbarung noch nicht empfangen hatten.

Credits: APA

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