Ein verheerendes Erdbeben erschüttert Afghanistan, Tausende sterben, ganze Dörfer liegen in Schutt und Asche. Doch mitten in der Katastrophe spielt sich ein noch größeres Drama ab: Frauen, die unter den Trümmern begraben liegen, wird die Hilfe verweigert. Männliche Helfer dürfen sie nicht berühren – ein Todesurteil aufgrund der radikalen Regeln der Taliban.
Die schreckliche Realität nach den Beben
Seit Sonntag bebt in Afghanistan die Erde. Nach offiziellen Angaben der Taliban wurden über 2200 Tote geborgen, doch die wahre Zahl dürfte weit höher liegen. Während Rettungskräfte und Überlebende verzweifelt mit bloßen Händen in den Trümmern graben, wie die Tagesschau berichtet, offenbart sich eine grausame Wahrheit: Für Frauen gelten selbst im Angesicht des Todes strikte Berührungsverbote.
Augenzeugen und Aktivisten schlagen Alarm. Wie die Deutsche Welle (DW) berichtet, lassen männliche Familienangehörige es nicht zu, dass weibliche Verschüttete von fremden Männern gerettet werden. Da es kaum weibliche Helfer gibt, bedeutet das für viele Frauen den sicheren Tod. Die Frauenaktivistin Fatima Rezaei bestätigte gegenüber der DW die schockierende Praxis:
„Männliche Familienangehörige lassen es nicht zu, dass Frauen oder Mädchen von fremden Menschen gesehen werden. Sie wollen auch nicht, dass Fremde ihnen helfen.“
Helferinnen werden von Taliban abgewiesen
Die Situation ist an Absurdität kaum zu überbieten. Selbst Ärztinnen, die in der Nähe der Katastrophenregion waren und freiwillig helfen wollten, wurden von den Taliban und den Männern in den Dörfern abgewiesen. So wird wertvolle Zeit verschenkt, in der Leben gerettet werden könnten. Lokale Quellen berichten laut DW sogar von schwangeren Frauen, die an ihren Verletzungen starben, weil es keine Ärztinnen gab, die sie behandeln durften.
Dieses tödliche Verbot ist die direkte Folge der radikalislamischen Politik der Taliban. Seit ihrer Machtübernahme wurden Frauen systematisch aus dem öffentlichen Leben verdrängt. Ihnen wurde der Zugang zu Bildung und vielen Berufen, einschließlich der medizinischen Ausbildung, verwehrt. Diese Politik hat nun zur Folge, dass es in einer Notsituation wie dieser an weiblichem Fachpersonal fehlt – eine menschengemachte Katastrophe inmitten einer Naturkatastrophe.
Eine humanitäre Krise verschärft sich
Die ohnehin schon katastrophale humanitäre Lage in Afghanistan wird durch das Erdbeben weiter verschlimmert. Wie Der Standard meldet, sind viele Orte noch immer von der Außenwelt abgeschnitten. Es fehlt an allem: Nahrung, Trinkwasser, Zelte und medizinische Versorgung. Die internationale Gemeinschaft hat zwar Hilfe zugesagt, doch die Rettungsarbeiten in der unwegsamen Bergregion gestalten sich extrem schwierig. Für die Frauen, die unter den Trümmern gefangen sind, kommt jede Hilfe oft zu spät – nicht wegen der Zerstörung, sondern wegen einer unerbittlichen Ideologie.
Credits: APA
Neueste Kommentare