Die Empörung war provoziert, das Statement der fortgeschrittenen mitteleuropäischen Dekadenz eindeutig: Direkt vor dem Altar des Doms in Paderborn (D) tanzten beim Festakt 1250 Jahre Westfalen mehrere halbnackte Personen mit toten gerupften Hühnern – das Federvieh hatte Windeln an.
Nach einer Stunde mit festlicher Musik und verschiedenen Ansprachen betraten Sensen schwingende “Künstler” des Ensembles “bodytalk” den Altarraum des Doms um ihre Performance “Westfalen Side Story” darzubieten.
Dass der männliche Darsteller halbnackt vor dem Altar tanzte, dürfte dabei noch das geringste Ärgernis gewesen sein. Denn wenige Minuten später kam ein weiterer halbnackter Akteur dazu, der in einer großen Schüssel drei in Pampers gewickelte ausgenommene Hühner mitbrachte. Zum Gesang “Fleisch ist Fleisch, nana na nana…” (einer Umdichtung des Songs “Life is Life”) führten die Akteure die Windel-Hühner zum Tanz – zu einem Tanz, der sich zu einem immer wilder werdenden Wirbel direkt vor dem Altar samt Kreuz und Osterkerze steigerte.
„Was auch immer die Darsteller aussagen wollten – es war in jedem Falle eine Entweihung des Heiligen Raumes und eine Lästerung christlicher Glaubenswahrheiten“, berichtet der freie Journalist und Augenzeuge David Berger (philosophia-perennis.com/author/david-berger/).
Und Berger weiter: „Unglaublich, dass das alles in Anwesenheit des Hausherrn, Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz stattfand, dessen Aufgabe es gewesen wäre, die Würde seiner Domkirche zu verteidigen und diese Darbietung umgehend zu unterbrechen und zu beenden.“ Unter den Gästen waren auch der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ministerpräsident Hendrik Wüst.
Nach massiven Protesten von hunderten Katholiken erfolgte jetzt eine halbherzige Entschuldigung. So wurde zuerst behauptet, dass die konkrete inhaltliche Ausgestaltung dieses Programmpunktes den Verantwortlichen nicht bekannt gewesen sei. „Sowohl der LWL als auch das Metropolitankapitel Paderborn bringen ihr ausdrückliches Bedauern darüber zum Ausdruck, dass die Performance religiöse Gefühle verletzt hat. Eine solche Wirkung war zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt und entspricht auch nicht unserem Anspruch an diesen Ort mit seiner besonderen religiösen, historischen und kulturellen Bedeutung. Die entstandene Irritationen tuen uns sehr leid und wir danken allen, die sich die Zeit genommen haben, uns Ihre Sicht der Dinge zu schildern.“
Credit: Screenshot
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