„Ich bin schuldlos!“ – Nehammer rechnet mit Budgetkrise und attackiert Kickl

„Ich bin schuldlos!“ – Nehammer rechnet mit Budgetkrise und attackiert Kickl

Karl Nehammer, ehemaliger Bundeskanzler und nun Vizedirektor der EU-Investitionsbank mit einem stolzen Gehalt von 31.536 Euro monatlich, hat ein Buch geschrieben. In „Sich selbst treu bleiben“ blickt er auf seine Amtszeit zurück – und das mit einer Mischung aus Selbstbewusstsein und scharfer Kritik. Besonders im Fokus: FPÖ-Chef Herbert Kickl.

Wie Nehammer in seinem Buch betont, sei er keinesfalls für die aktuelle Budgetkrise verantwortlich. Stattdessen spricht er von „Sündenbockfetischismus“ und verweist auf die hohe Inflation sowie fehlerhafte Wirtschaftsprognosen. „Das Geld ist nicht in irgendwelchen Löchern verschwunden“, verteidigt er die Maßnahmen seiner schwarz-grünen Koalition. Besonders der einmalige Antiteuerungsbonus wird von ihm hervorgehoben.

Kickl im Visier: „Völlig lächerlich“

Doch Nehammer wäre nicht Nehammer, wenn er nicht auch ordentlich austeilen würde. FPÖ-Chef Kickl bekommt in seinem Buch sein Fett weg. Besonders dessen Zweifel an der Ukraine-Invasion durch Russland und die Forderung nach „Deutsch als Wissenschaftssprache“ bezeichnet Nehammer als „völlig lächerlich“. Wie oe24.at berichtet, widmet der Ex-Kanzler dem Thema radikale Kräfte – sowohl von rechts als auch von links – viel Platz in seinem Werk.

Rückblick auf gescheiterte Koalitionsverhandlungen

Nach der Nationalratswahl 2024, bei der die ÖVP nur Platz zwei erreichte, schloss Nehammer eine Zusammenarbeit mit der FPÖ kategorisch aus. Stattdessen versuchte er, mit SPÖ und NEOS eine Regierung zu bilden – ohne Erfolg. Als die Verhandlungen scheiterten, zog er sich aus der Politik zurück. Sein Nachfolger Christian Stocker musste sich später harscher Kritik stellen, als er doch mit Kickl verhandelte. Nehammer verteidigt Stocker jedoch und betont, dass die „roten Linien“ der ÖVP klar kommuniziert wurden.

Ein persönlicher Einblick

Neben politischen Themen gibt Nehammer auch Einblicke in seinen persönlichen Werdegang. Besonders prägend sei seine Großtante gewesen, die aufgrund ihrer Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus eine Regierungsbeteiligung der FPÖ stets ablehnte. Auch seine außenpolitischen Ansichten kommen nicht zu kurz: Nehammer verteidigt Österreichs pro-israelische Haltung und kritisiert die Hamas scharf.

Buchpräsentation in Wien

Wer mehr über Nehammers Sicht auf die Dinge erfahren möchte, hat am 17. Oktober die Gelegenheit, ihn persönlich zu erleben. Die Buchpräsentation findet um 16:00 Uhr in der MQ Libelle in Wien statt. Das Buch „Sich selbst treu bleiben“ ist für 26 Euro erhältlich.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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