Die Revo Hospitality Group, einer der größten Hotelbetreiber Europas, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind rund 125 Hotels in Deutschland und Österreich sowie etwa 5.500 Mitarbeiter. Trotz der finanziellen Schieflage sollen alle Hotels weiterhin geöffnet bleiben, während die Sanierung bis Sommer 2026 abgeschlossen sein soll.
Ursachen der Krise: Wachstum ohne Grenzen
Die rasante Expansion der Revo Hospitality Group, ehemals HR Group, gilt als Hauptursache für die Insolvenz. Innerhalb weniger Jahre wuchs das Portfolio von 51 Hotels im Jahr 2020 auf 250 Häuser in zwölf Ländern. Diese aggressive Wachstumsstrategie führte zu hohen Integrationskosten, Parallelstrukturen und einem enormen Verwaltungsaufwand. Gleichzeitig blieben die Übernachtungszahlen hinter den Erwartungen zurück, und der geplante Umsatz für 2025 wurde nicht erreicht, wie die Gruppe selbst einräumte.
Steigende Kosten als zusätzlicher Druck
Neben den internen Herausforderungen belasteten auch externe Faktoren das Unternehmen. Steigende Lohnkosten, höhere Mindestlöhne, explodierende Energiepreise und teurere Lebensmittel setzten die Margen unter Druck. Besonders der Standort Deutschland erwies sich als kostspielig, was die finanzielle Lage weiter verschärfte.
Sanierung unter Eigenverwaltung
Die Insolvenz in Eigenverwaltung bietet der Revo Hospitality Group die Möglichkeit, den Betrieb ohne größere Einschnitte fortzuführen und gleichzeitig Investoren zu gewinnen. Die Kanzlei GT Restructuring, vertreten durch Gordon Geiser und Benedikt de Bruyn, wurde mit der Geschäftsführung der betroffenen Gesellschaften betraut. Ziel ist es, internationale Investoren einzubinden, um eine langfristige Perspektive für das Unternehmen zu schaffen.
Auswirkungen auf Österreich
In Österreich betreibt Revo elf Hotels, darunter das HYPERION Hotel und das FourSide Hotel Salzburg. Auch sechs Amedia-Hotels sowie das H+ Hotel und das H2 Hotel Wien Schönbrunn sind betroffen. Ein weiteres Projekt, das Vienna House Easy by Wyndham Airport Vienna, soll im März 2026 eröffnen und wird als größtes Holzhotel Europas gehandelt.
Ein Blick in die Zukunft
Die Revo Hospitality Group plant, durch die Sanierung und den Einstieg internationaler Investoren wieder auf Kurs zu kommen. Die Insolvenzverwalter zeigen sich optimistisch, dass die wirtschaftlichen Probleme bis Sommer 2026 gelöst werden können. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten.
Quellen: exxpress.at, boutiquehotelnews.com, hospitalityinvestor.com, thelocal.at
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