Eine Ankündigung aus Teheran hat die globalen Finanzmärkte am 17. April 2026 in Bewegung gesetzt wie selten zuvor. Irans Öffnung der Straße von Hormuz löste einen Kursrausch an den Börsen aus — und ließ den Ölpreis abstürzen.
Iran öffnet Hormuz — aber mit Bedingungen
Irans Außenminister Abbas Araghchi erklärte auf X, die Straße von Hormuz sei „für alle Handelsschiffe vollständig geöffnet“ — für die Dauer des zehntägigen Waffenstillstands zwischen dem Libanon und Israel, der am selben Tag begann. Wie ZDF berichtet, knüpfte Teheran die Öffnung an Auflagen: Schiffe müssen koordinierte Routen nutzen, die von Irans Hafen- und Schifffahrtsorganisation festgelegt werden. Zugleich begrüßte US-Präsident Donald Trump die Öffnung und schrieb auf Truth Social „Vielen Dank“ — hielt aber laut OE24 an der US-Seeblockade für Schiffe mit iranischen Häfen als Start- oder Zielort fest, bis ein umfassendes Abkommen mit Teheran stehe.
Ölpreis bricht zwölf Prozent ein
Der Ölmarkt reagierte unmittelbar. Wie das Handelsblatt berichtet, gab der Preis für Brent-Rohöl nach der Ankündigung zeitweise um rund zwölf Prozent nach — von Niveaus nahe 100 US-Dollar auf unter 90 Dollar je Fass. US-Leichtöl (WTI) verlor laut ZDF sogar knapp 15 Prozent auf 80,56 Dollar. Die wochenlange Blockade hatte die Ölpreise zuvor um bis zu 40 Prozent in die Höhe getrieben.
Analyst Timo Emden von Emden Research kommentierte laut ZDF: „Die Nachricht wirkt wie ein Befreiungsschlag für die globalen Märkte.“
Dow, S&P, Nasdaq auf Rekordjagd
Für die US-Börsen wurde der Tag zum Fest. Wie OE24 berichtet, schloss der Dow Jones mit einem Plus von 1,79 Prozent bei 49.447 Punkten. Der S&P 500 erklomm im Verlauf sogar ein neues Allzeithoch von 7.147 Punkten und beendete den Tag mit einem Plus von 1,20 Prozent auf 7.126 Punkten — ebenfalls ein Rekord. Der technologielastige Nasdaq-100 gewann 1,29 Prozent auf 26.672 Punkte.
Starke Kursgewinne verbuchten unter anderem Apple (+2,6 Prozent) und Tesla (+3 Prozent). Apple profitierte zusätzlich von einer Hochstufung durch BNP Paribas von „Neutral“ auf „Outperform“. Airlines legten besonders stark zu: United, American, Delta und Southwest gewannen zwischen 2,6 und 7,2 Prozent — fallende Kerosinpreise senken die Betriebskosten spürbar.
Ölwerte und Netflix unter Druck
Die Kehrseite: Energiekonzerne litten unter dem Ölpreisverfall. Laut Handelsblatt gaben die Aktien von Eni, OMV, Shell und BP zwischen 3,5 und 6,2 Prozent nach. In den USA verloren Chevron, ExxonMobil und ConocoPhillips zwischen 2,2 und 4,6 Prozent.
Ein weiterer Verlierer des Tages war Netflix: Die Aktie sackte um 9,7 Prozent ab, nachdem der Streamingkonzern für das laufende Quartal einen schwächeren operativen Gewinn als erwartet in Aussicht gestellt hatte.
Blick nach vorn: Waffenstillstand hält — vorerst
Obwohl die Öffnung der Meerenge ausdrücklich zeitlich begrenzt ist, nährte sie zusammen mit dem Libanon-Waffenstillstand die Hoffnung auf eine dauerhafte Deeskalation. Wie die Berliner Zeitung berichtet, warnte Energieanalyst Saul Kavonic von MST Marquee allerdings, dass stillgelegte Öl- und LNG-Produktion voraussichtlich erst bei einem dauerhaften Friedensabkommen wieder aufgenommen werde — und auch dann würde die Reparatur beschädigter Exportinfrastruktur noch Monate oder Jahre dauern.
Credits: APA
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