Hitzewelle und Dürre! So bereitet sich die Steiermark vor.

Hitzewelle und Dürre! So bereitet sich die Steiermark vor.

Österreich schwitzt sich gerade durch den heißesten Sommer seiner Messgeschichte: Am Montag wurden in Wien-Stammersdorf 40,1 Grad gemessen, nur 0,4 Grad unter dem österreichischen Allzeitrekord von 2013 – und erstmals wurde in allen drei Sommermonaten die 40-Grad-Marke geknackt. Genau in dieser Woche der Hitzerekorde zeigt sich, wie dringend Österreichs Wasserversorgung neu gedacht werden muss. Die Steiermark sichert mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom bereits die Trinkwasserversorgung im Süden des Landes mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm für Generationen ab.

Ein Klimaforscher schlägt Alarm

Wie ernst die Lage ist, machte zuletzt der Gewässerökologe Christian Griebler von der Universität Wien im Ö1-Mittagsjournal deutlich. Er zeigte sich besorgt über die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels auf Österreichs Wasserressourcen, wie meinbezirk.at berichtet. Die extreme Kombination aus Hitze und ausbleibendem Regen sei zwar nicht überraschend, aber ein deutliches Zeichen der fortschreitenden Klimaveränderung. Normalerweise würden Niederschläge im Frühjahr Böden, Flüsse und Grundwasserspeicher auffüllen – genau das ist heuer ausgeblieben.

Wachsender Bedarf, schrumpfender Vorrat

Die Zahlen untermauern diese Sorge. Österreichs jährlicher Wasserbedarf liegt laut der Studie „Wasserschatz Österreich“ des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz bei 3,1 Milliarden Kubikmetern, wie die „Wirtschaftsnachrichten“ berichten. Der Trinkwasserbedarf allein soll sich bis 2050 um elf bis 15 Prozent auf bis zu 850 Millionen Kubikmeter erhöhen – hauptverantwortlich dafür ist das Bevölkerungswachstum, das laut Statistik Austria bis dahin auf 9,38 Millionen Einwohner steigen dürfte. Gleichzeitig sind die Grundwasserstände österreichweit in den vergangenen zehn Jahren im Mittel um 30 bis 50 Zentimeter gesunken.

Khom sichert die Trinkwasserversorgung im Süden

Genau hier setzt Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom an: Sie sichert gemeinsam mit dem Land Steiermark die Trinkwasserversorgung im Süden des Landes für Generationen ab – mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm und einem soeben gegründeten Wasserverband. „Die Investition ins Wasser ist eine Investition in die Lebensqualität und ist wichtig für den Wirtschaftsstandort und Familien, sowie für die wirtschaftliche Entwicklung“, so Khom, die das Projekt als „Meilenstein für die Steiermark“ bezeichnet, das Trinkwasser in dieser Qualität als Grundlage jedes Lebens sichere. Man müsse sich frühzeitig auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten.

Wie das Projekt konkret umgesetzt wird

Möglich wird die neue Trinkwassersicherheit durch das Zusammenspiel mehrerer Akteure. Landesrätin Simone Schmiedtbauer, die im Land das Lebensressort verantwortet, brachte bereits 2024 eine Gesamtstrategie für die steirische Wasserversorgung auf den Weg. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die großen Reserven an Wasser, auch Grundwasser, die wir im Norden haben, in den Süden zu transportieren – wo wir einen enormen Bevölkerungszuwachs haben“, erklärte sie gegenüber dem ORF. Mit dem von ihr verantworteten Programm „Wassernetzwerk Steiermark 2050“ fließen bis zur Jahrhundertmitte 150 Millionen Euro in die sichere Trinkwasserversorgung.

Sichtbarstes Ergebnis dieser Strategie ist der neue Wasserverband Transportleitung Steiermark Süd, der am 23. Juli aus der Taufe gehoben wurde. Zum Obmann gewählt wurde Josef Ober, Bürgermeister von Feldbach und langjähriger Kämpfer für regionale Wasserversorgungsprojekte.

Herzstück des rund 40 Millionen Euro schweren Projekts ist eine 33 Kilometer lange, 60 Zentimeter starke Transportleitung von Feldkirchen bei Graz bis nach Leibnitz samt einem großen Hochbehälter bei Wildon. „Damit ist dieser Raum zu 100 Prozent versorgungssicher“, brachte es Ober bei der Präsentation auf den Punkt. Möglich wurde das Vorhaben erst durch eine Sonderfinanzierung von 150 Millionen Euro, die Khom und Schmiedtbauer für das Land Steiermark durchsetzten.

Graz plant bis 2060 voraus

Auch die Landeshauptstadt selbst rüstet sich, eingebettet in diese Strategie, für die Zukunft. Prognosen zufolge soll Graz bis 2050 rund 350.000 Einwohner zählen. Mit dem Masterplan „Wasserressourcen (WaRes) 2060+“ investiert die Stadt bis 2040 rund 110 Millionen Euro in die Wasserversorgung.

Weitsicht statt Reaktion

Was den steirischen Ansatz gerade in einer Woche mit historischen Hitzerekorden auszeichnet, ist der proaktive Charakter der Investitionen, die Khom mit dem innersteirischen Wasserausgleich, dem Ausbau von 220 Kilometern neuer Transportleitungen und der nun besiegelten Süd-Transportleitung vorangetrieben hat. Bürgermeister Johann Lappi vom Wasserverband Leibnitzerfeld-Süd brachte den Nutzen dieses Weitblicks auf den Punkt: Ohne die neue Transportleitung wäre es schwer gewesen, die Trinkwasserversorgung für 15.000 Einwohner in fünf Gemeinden seines Versorgungsgebietes langfristig sicherzustellen. Während Klimaforscher wie Griebler landesweit vor schwindenden Wasserreserven warnen, zeigt die Steiermark: Eine frühzeitige politische Entscheidung macht im Ernstfall den entscheidenden Unterschied.

Credits: zVg

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