Hitze, Tränen und verpasste Flüge: Neues EU-Grenzsystem sorgt für totalen Kollaps in Mailand

Hitze, Tränen und verpasste Flüge: Neues EU-Grenzsystem sorgt für totalen Kollaps in Mailand

Der Start in den wohlverdienten Urlaub endete für viele Reisende am Flughafen Milano-Linate am Wochenende in einem absoluten Albtraum. Grund dafür ist das neue biometrische Entry-Exit-System (EES) der Europäischen Union, das an den Grenzkontrollen für völlig chaotische Zustände sorgte. Anstatt entspannt in den Flieger zu steigen, standen hunderte Urlauber stundenlang in der Hitze. Das dramatische Resultat: verpasste Flüge, weinende Kinder und kollabierende Passagiere.

Passagiere brechen zusammen und übergeben sich

Die Szenen vor Ort glichen einem Ausnahmezustand. Wie DerStandard berichtet, mussten Passagiere bis zu drei Stunden in endlosen Schlangen ausharren. Die schlechte Luft und die Anspannung forderten schnell ihren Tribut. Urlauber erlitten Schwächeanfälle, einige fielen in Ohnmacht oder mussten sich vor Erschöpfung übergeben.

Besonders bitter traf es die Kunden eines EasyJet-Fluges nach Manchester. Von den 156 gebuchten Passagieren schafften es laut CN Traveller gerade einmal 34 an Bord. Die restlichen 122 Personen mussten fassungslos zusehen, wie ihre Maschine ohne sie abhob. Hilfe von Seiten des Flughafens oder der Airline gab es in diesem Moment kaum. Die 17-jährige Kiera schilderte gegenüber Metro, dass sie trotz extrem früher Ankunft und stundenlangem Warten am Ende einfach abgewiesen wurde. Die Entschädigung, die ihr zunächst angeboten wurde, reichte laut ihren Aussagen nicht einmal für ein Sandwich am Flughafen.

Ein teurer Rückweg für gestrandete Familien

Für die zurückgelassenen Urlauber begann nun ein teurer und nervenaufreibender Kampf um die Heimreise. Wie The Independent berichtet, zahlte die Familie Hume aus Großbritannien am Ende mehr als 1.600 Pfund aus eigener Tasche, um über Luxemburg nach Hause zu kommen. Der Vater zeigte sich nach dem Vorfall absolut am Boden zerstört und kritisierte das unflexible Vorgehen an den Schaltern. Obwohl zahlreiche automatische Scanner zur Verfügung standen, wurden die Menschen manuell von nur zwei Beamten abgefertigt.

Fluglinien fordern dringend Nachbesserung

Das neue Entry-Exit-System verlangt von Reisenden aus Drittstaaten – wie etwa den Briten seit dem Brexit – die Abgabe von Fingerabdrücken und Gesichtsscans. Diese Umstellung brachte die Infrastruktur in Mailand komplett zum Erliegen. Wie oe24.at berichtet, betonte eine Sprecherin von EasyJet, dass man alles in der eigenen Macht Stehende getan habe. Die Airline verzögerte den Abflug um knapp eine Stunde, um mehr Passagieren das Boarding zu ermöglichen. Doch irgendwann war das Limit der Crew-Dienstzeiten erreicht und der Flieger musste starten.

Die Fluggesellschaften schieben den schwarzen Peter nun klar den Behörden zu. Die extremen Verzögerungen lägen komplett außerhalb ihrer Kontrolle. Man fordert die Verantwortlichen auf, das neue System flexibler zu handhaben, um derartige Situationen in Zukunft zu vermeiden. Für die Passagiere, die dieses Wochenende in Mailand festsaßen, kommt diese Einsicht jedoch zu spät.

Quellen: oe24.at, The Independent, CN Traveller, DerStandard, Metro

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