Hinrichtungsmethoden: Trump reaktiviert Erschießungskommando und Erstickungstod

Hinrichtungsmethoden: Trump reaktiviert Erschießungskommando und Erstickungstod

Die US-Regierung unter Donald Trump erlaubt auf Bundesebene künftig Erschießungskommandos, den elektrischen Stuhl und Stickstoffgas als Hinrichtungsmethoden. Hintergrund ist ein zunehmender Engpass bei den für die Giftspritze benötigten Medikamenten.

Justizministerium gibt grünes Licht

Amtierender US-Justizminister Todd Blanche hat die Gefängnisbehörde angewiesen, die entsprechenden Richtlinien anzupassen. Wie oe24 berichtete, begründete das Ministerium den Schritt damit, dass es immer schwieriger werde, die für die Giftspritze nötigen Medikamente zu beschaffen. Pharmaunternehmen weigern sich zunehmend, ihre Präparate für Hinrichtungen bereitzustellen – auch weil die EU ein Exportverbot für solche Zwecke verhängt hat. US-Gefängnisse müssen dadurch oft auf kleinere, weniger regulierte Apotheken ausweichen.

Gleichzeitig genehmigte Blanche laut oe24 die Beantragung der Todesstrafe in neun weiteren Einzelfällen.

Giftspritze mit hoher Fehlerquote

Die Giftspritze bleibt formal weiter die häufigste Hinrichtungsmethode in den USA – steht aber seit Jahren in der Kritik. Wie oe24 berichtete, mussten Hinrichtungen wiederholt abgebrochen werden, weil das Vollzugspersonal keine geeignete Vene fand. Autopsien deuten zudem darauf hin, dass der eingesetzte Wirkstoff Pentobarbital bei den Verurteilten Erstickungsqualen verursacht haben könnte.

Bundesstaaten hatten bereits vorgelegt

Auf Ebene der Einzelstaaten ist die Entwicklung nicht neu. Wie oe24 unter Berufung auf APA/AFP berichtete, führte Alabama 2024 als erster Bundesstaat eine Hinrichtung durch das Einatmen von Stickstoff über eine Gesichtsmaske durch. Die Methode wurde seither von Arkansas, Louisiana, Mississippi und Oklahoma übernommen. Fünf Bundesstaaten erlauben Erschießungskommandos, in Idaho soll es ab Juli die Standardmethode werden. Im Vorjahr wurde in South Carolina erstmals seit 15 Jahren wieder ein Mensch per Erschießungskommando hingerichtet – der Verurteilte hatte diese Methode selbst gewählt.

Drei Männer warten auf Bundesebene auf die Hinrichtung

Auf Bundesebene stehen derzeit nur noch drei Männer auf der Todesliste: Dzhokhar Tsarnaev (Bombenanschlag Boston-Marathon 2013), Dylann Roof (Kirchenmassaker South Carolina, neun Tote) und Robert Bowers (Synagogenanschlag Pittsburgh, elf Tote). Wie oe24 berichtete, hatte Trumps Vorgänger Joe Biden die Strafen von 37 weiteren Todeskandidaten umgewandelt. Für die verbliebenen drei gibt es bisher keine Hinrichtungstermine.

Klagen erwartet – aber kaum Aussicht auf Erfolg

Juristen erwarten, dass Verurteilte die neuen Methoden anfechten werden – mit Verweis auf das in der US-Verfassung verankerte Verbot „grausamer und ungewöhnlicher Bestrafung“. Wie oe24 berichtete, blieben solche Klagen vor dem Obersten Gerichtshof der USA bisher jedoch stets erfolglos.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x