Heizöl um 75 Prozent teurer: AK Oberösterreich fordert Preisdeckel und 700 Euro Zuschuss

Heizöl um 75 Prozent teurer: AK Oberösterreich fordert Preisdeckel und 700 Euro Zuschuss

Pünktlich zum Start der Heizsaison kommt die Rechnung. Heizöl kostet in Oberösterreich fast drei Viertel mehr als vor einem Jahr, auch Pellets sind deutlich teurer geworden. Die Arbeiterkammer Oberösterreich schlägt Alarm und verlangt von Bund und Land rasches Handeln.

Die Zahlen

Wie die AK Oberösterreich in einer Aussendung vom Dienstag mitteilt, ist Heizöl seit Ende Juni im Schnitt um 48,3 Prozent teurer geworden. Im Vergleich zum September 2025 beträgt der Anstieg sogar 75,4 Prozent. Bei Pellets fällt das Plus seit Juni mit 8,2 Prozent geringer aus, im Jahresvergleich sind es aber 34 Prozent. Für viele Haushalte werde das Heizen damit zur finanziellen Belastung.

“Eine warme Wohnung darf kein Luxus sein”

AK-Präsident Andreas Stangl drängt auf Tempo: “Eine warme Wohnung darf kein Luxus sein. Wenn die Preise für Heizmaterial innerhalb eines Jahres so stark steigen, stellt das viele Menschen vor massive finanzielle Herausforderungen. Die Politik muss jetzt handeln, bevor die Heizsaison richtig losgeht.” Besonders bei Pellets hält die Kammer die Entwicklung für unerklärlich: Obwohl ausreichend Rohstoff vorhanden sei, stiegen die Preise in einem Ausmaß, “das nicht nachvollziehbar ist”.

Preisdeckel nach Sprit-Vorbild

Von der Bundesregierung verlangt die AK eine preisdämpfende Maßnahme für Heizöl nach dem Vorbild der Spritpreisbremse, die seit 1. Oktober gilt und eine Begrenzung der Margen mit einem Nachlass bei der Mineralölsteuer kombiniert. Auch für Pellets fordert die Kammer einen staatlichen Preisdeckel. Ob die Regierung darauf eingeht, ist offen. Heizöl war bereits im September einer der Haupttreiber der Inflation, die laut Statistik Austria auf 3,6 Prozent stieg. Hintergrund ist der Krieg im Nahen Osten mit der Blockade der Straße von Hormus.

700 statt 200 Euro

Vom Land Oberösterreich fordert die AK, den Heizkostenzuschuss für die aktuelle Heizperiode auf 700 Euro pro Haushalt zu erhöhen. Für die Heizperiode 2025/26 hatte das Land laut AK 200 Euro ausbezahlt. Außerdem soll der Zuschuss künftig allen Haushalten offenstehen, deren Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt. Gerade Menschen mit niedrigen Einkommen treffe die Teuerung bei Energie und Wohnen besonders hart. Eine Reaktion der Landesregierung auf die Forderung lag zunächst nicht vor.

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