Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) hat die großen Handelsketten Rewe, Spar, Hofer und Lidl verklagt. Der Vorwurf? Irreführende Rabatte. Doch die Handelsriesen lassen sich das nicht gefallen und schlagen mit einem offenen Brief zurück. Die Botschaft: Die Politik solle die Nahversorgung nicht gefährden.
„Nicht achtlos mit der Nahversorgung umgehen“
In dem Schreiben, das von den CEOs der betroffenen Handelsunternehmen unterzeichnet wurde, warnen diese vor den Folgen staatlicher Eingriffe. Die Handelsketten, die rund 140.000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 30 Milliarden Euro repräsentieren, betonen: „Die hohen Lebensmittelpreise sind ein Problem, aber der Handel ist nicht der Verursacher, sondern selbst Betroffener der Teuerung.“ Die Preissteigerungen seien eine Folge massiv gestiegener Kosten – von Energie über Mieten bis hin zu Verpackungen.
Drohung mit leeren Regalen
Die Handelsriesen gehen noch einen Schritt weiter: Sollten staatliche Eingriffe in die Preisgestaltung kommen, drohen leere Regale. Artikel, die nicht kostendeckend angeboten werden können, müssten aus dem Sortiment genommen werden. Besonders kritisch sehen die Unternehmen den Wegfall der Strompreisbremse, der die Kosten weiter in die Höhe treibt.
Der „Österreich-Zuschlag“: Ein altbekanntes Problem
Ein weiterer Kritikpunkt ist der sogenannte „Österreich-Zuschlag“. Internationale Markenartikel seien in Österreich teurer als in Deutschland, weil globale Markenhersteller den heimischen Händlern den grenzüberschreitenden Einkauf verwehren. Diese Praxis führe zu höheren Preisen für Konsumenten und belaste den Handel zusätzlich.
Keine Stellungnahme zur Klage – aber klare Worte
Zur Klage selbst äußern sich die Handelsketten vorerst nicht. Sie kritisieren jedoch, dass die Medien vor den betroffenen Unternehmen informiert wurden. „Es ist bedenklich, dass die Klage zuerst in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, bevor die Unternehmen selbst informiert waren“, heißt es.
Credits: APA
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