Haftstrafen für Jugendbande nach Martyrium von Wiener Lehrerin

Haftstrafen für Jugendbande nach Martyrium von Wiener Lehrerin

Wien – Nach einem aufwühlenden Prozess steht das Urteil für die Jugendbande fest, die eine junge Wiener Lehrerin terrorisiert, erpresst und missbraucht hat. Am Montagabend bekamen sechs der sieben Burschen die Rechnung präsentiert und fassten teilweise Haftstrafen aus, wie die Krone berichtet. Der Gerichtssaal war von Emotionen erfüllt, als die Richterin die Urteile verkündete, die noch nicht rechtskräftig sind.

Das monatelange Martyrium

Vier Tage lang wurde am Wiener Landesgericht über das Leiden einer jungen Lehrerin verhandelt. Sieben Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren standen unter dem Vorwurf, die Frau monatelang gequält zu haben. Die Tortur umfasste Drohungen, Erpressung und sogar Vergewaltigung. Der Terror endete erst, als sie ihre Wohnung in Brand setzten.

Die Urteile sind gefallen

Der Schöffensenat hat nun die Konsequenzen für diese schrecklichen Taten gezogen. Laut Krone lauten die Urteile wie folgt:

  • Der erst 15-jährige Hauptangeklagte wurde wegen Vergewaltigung, schwerer Erpressung, sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person und Brandstiftung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.
  • Der Zweitangeklagte erhielt eine dreijährige Haftstrafe, ebenfalls wegen Vergewaltigung und weiterer Delikte. Er nahm das Urteil an.
  • Der dritte Angeklagte bekam eine Zusatzstrafe von 15 Monaten, davon fünf unbedingt, wegen Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung. Er wurde noch im Gerichtssaal aus der Haft entlassen.
  • Drei weitere Burschen erhielten teilbedingte beziehungsweise gänzlich bedingte Strafen.
  • Ein 16-Jähriger, der ein einvernehmliches Verhältnis mit der Lehrerin hatte, wurde vom Vorwurf des Diebstahls freigesprochen.

Die vorsitzende Richterin begründete die Urteile damit, dass „die Angaben der Lehrerin glaubwürdig und mit den Beweisen in Einklang zu bringen“ waren. Im Gegensatz dazu bezeichnete sie die Aussagen der verurteilten Angeklagten als „Schutzbehauptungen voller Widersprüche“. Nach der Verkündung flossen bei Freunden und Angehörigen der Beschuldigten die Tränen.

„Sie wurde komplett bedroht und hatte Angst“

Auch die Eltern des Opfers mussten am Tag der Urteilsverkündung in den Zeugenstand treten und gaben tief bewegende Einblicke. „Sie hat erzählt, dass sie von Jugendlichen terrorisiert, erpresst, vergewaltigt wird“, brachte ihr Vater kaum über die Lippen. „Ihre größte Angst war, dass das rauskommt.“

Ihre Mutter schilderte die Zeit nach einem der Übergriffe: „Das war furchtbar. Sie wurde komplett bedroht und hatte Angst.“ Sie erzählte, wie sie die Wohnung ihrer Tochter besuchte, eine Szene, die sie in ihrem Schrecken als „nicht zu überbieten“ beschrieb. „Das Leintuch war komplett zerrissen.“ Geistesgegenwärtig sammelte sie alle potenziellen Beweismittel, darunter Bettzeug und Dosen, in einem Müllsack und verstaute ihn im Keller. Diese Beweise erwiesen sich im folgenden Verfahren als entscheidend.

Credits: APA

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